Lindenzweig mit Blühten und Blatt

Hochsommer – Zeit der Friedensgöttin

Bild: Bridget

Alle Wesen, auch Mutter Erde selbst, geben sich jetzt der Wärme und Hitze der Sommersonne hin, eine langsame und sachte Stille füllt die Welt. Jetzt reifen Früchte, Obst und Korn. Mutter Natur beschenkt in der Hoch-Zeit der Sonne alle ihre Kinder mit dieser aktiven, schwingenden Ruhe des Reifens. Das Reifen ist in jeder Hinsicht ein innerer Prozess, getragen von einer geheimnisvollen sorgsam-ruhigen Aktivität. Äußerlich ist davon wenig sichtbar.

Der Hochsommer mit dieser Qualität des lautlosen Entwickelns, Formens und Reifens ist die Voraussetzung dafür, dass die Fülle entstehen kann, die unsere Bedürfnisse stillt. Und die daraus erwachsende Zu“frieden“heit ist Voraussetzung für Frieden.

In der alten mütterlichen Ordnung herrschte im Hochsommer grundsätzlich der „Höhere Frieden“, der die Unverletzlichkeit allen Lebens garantierte. Jede Fehde oder gar Kriege, jede aggressive Handlung war im Hochsommer tabu. Daran mögen wir uns erinnern, wenn wir unzu“frieden“ sind: Warten und die Dinge reifen lassen…

Im Zeichen der Friedensgöttin versammelten sich die Menschen inmitten des Ortes unter der Linde, dem Friedensbaum. In diesem spirituellen Raum unter der Linde wachsen und reifen die Dinge. Beziehungen gedeihen, Vertrauen wächst –es sind die Grundlagen allen zukünftigen Wohlstandes, aller Zufriedenheit auf der Basis gestillter oder wenigstens besänftigter Bedürfnisse.

Avesta

unter einem Lindenbaum

Ein Erlebnis mit der Heilkraft der Linde

Bild: Bridget

Allein das Aussprechen „Linde“ erweckt in mir ein Gefühl von tiefem Frieden. Mit ihren herzförmigen Blättern ist die Linde eine der großen starken Bäume in unserer Landschaft. Sie strahlt Liebe und Heilung auf allen Ebenen aus.

In der warmen Sommersonne lehne ich an ihrem starken uralten Stamm, der unweit von einer kleinen Kapelle, einem Pilgerort im Elsaß steht. Mit ihr im Verbund stehen rund um diesen besonderen Platz einige sehr alte und auch junge Linden. Der Stamm von „meiner“ Linde ist so dick, dass ich sie alleine nicht umfassen kann und ihre ausladende Krone schenkt mir einen lichten angenehmen Schatten. 

Alles an der Linde ist heilsam, das spüre ich sehr deutlich und im Schutz von Uraltmutter Linde vertiefe und konzentriere ich die Gedanken auf mein Wirken zu meinem Übergangsritual zur Alten. In meiner Hand halte ich eine aufgeblühte rote Rose:  Ich löse ein Blatt nach dem anderen, lasse jedes Blatt unwiderruflich fallen – ich löse, ich lasse fallen, ich lasse los. Es ist mein erstes Übergangsritual zur Alten, kein Blut mehr, ein endgültiger Abschied von der fruchtbaren Phase und dem zyklischen Eingebundensein. Die Linde hört zu und tröstet mich, sanft bewegen sich ihre herzförmigen Blätter und raunen mir zu: „Bei mir bist du angenommen…“.  Zuversicht breitet sich in mir aus. Mein Rücken ist mit ihrer starken Energie durchflutet, die mich tief beruhigt. Ich fühle mich so nah bei ihr, in einem beschützten Raum liebevoll geborgen. Hier kann ich über mein Leben nachsinnen: Was habe ich erschaffen, ins Leben getanzt? Was war von Wert? Wo waren Hürden, wo falsche Wege? Was ist vergangen? Was darf leicht gehen? Was ist für immer verloren? Jeder Gedanke, jedes Loslassen ist ein Rosenblatt bis sie nach und nach alle um mich herum liegen, mein Abschied von der roten Zeit. Gehalten von Mutter Linde bleibe ich bei meinen Abschiedsgedanken, bin in Abschiedstrauer, betrachte die roten Blätter am Boden, atme … werde ruhig… Allmählich  breitet sich heilsame Stille in mir aus.

Aus dieser Stille heraus formt sich in mir eine Frage: „Mutter Linde, wo ist mein Weg, mein Platz im Reich der Alten?“ und Mutter Linde raunt: „Schau dich um! Sieh mich an!“

„Ja ich weiß, du bist alt und stark“, denke ich lächelnd und schaue an ihr hoch. – Doch plötzlich fällt mein Blick auf ihren uralten Stamm und dann auf den Boden rund um meinen Sitzplatz: Lauter junge Triebe, unzählige kleine grüne Äste mit zarten Blättern sprießen seitlich überall rund um meinen Sitzplatz aus dem Boden hervor. Wie konnte ich dies übersehen?

„Danke, danke, oh ja, du hast recht, es gibt noch vieles zu erschaffen, es ist nicht das Ende!“ Ich spüre, wie die Freude in mir Raum gewinnt, „Wir haben einige Jahre schon auf dem Buckel, doch überall ist auch neues Leben in dir und auch in mir!“ Gleichzeitig begreife ich, dass jedes der gefallenden Rosenblätter, die vor mir ausgebreitet auf dem Boden liegen, eine Erfahrung birgt, eine Weisheit, die mich hat reifen lassen, meine Lebensweisheiten liegen ausgebreitet vor mir.

„Liebe heilige Mutter Linde, danke für diese Erkenntnis, welch nährendes Weisheitsgeschenk von dir!“ Ich beginne zu summen, dann zu Singen, es ist ein Dankesgesang an Mutter Linde, ich stehe auf, umkreise sie, singe und danke für ihr Dasein.

Immer wenn ich an diesen magischen Moment zurückdenke, bin ich tief berührt und dankbar für ihre besänftigende Zuwendung, ihre Weisheit und das Angenommensein. Die natürliche Welt ist eine große Heilerin und es wundert mich nicht, dass hier an diesem besonderen heiligen Ort Linden stehen und viele Menschen noch heute hierher pilgern, um Trost und Heilung zu erbitten. 

Vielleicht gibt es in deiner Nähe auch eine Linde, die du besuchen kannst, um ihre liebevolle Ausstrahlung zu ergründen oder um „Linderung“ zu erfahren. Sie freut sich sicher auf dich.

Wissenswertes: Alles an der Linde ist heilsam

Die Linde ist ein Gemeinschaftsbaum, den wir oft auf Dorfplätzen finden. Unter ihrer sanften Atmosphäre wurde getanzt, gefeiert, sich ausgetauscht und zu früheren Zeiten das Recht, das „milde Urteil“ gesprochen. Ihre herzförmigen Blätter verkörpern Milde und Liebeskraft, die auf allen Ebenen lindert und unsere Herzen anspricht. Wenn wir etwas „gelinde gesagt“ ausdrücken, dann spricht unser Herz mit und dies geht besonders gut unter den großen alten Linden.

Im Frühling sind ihre zarten Blätter sehr schmackhaft für unseren Salat. Im Sommer sammeln wir die Blüten für Tee, der eine wunderbare Medizin bei Erkältung ist. Die Blütenblätter und die Rinde wirken fiebersenkend, entzündungshemmend und krampflösend. Die Lindenasche wirkt desinfizierend und wurde zum Zähneputzen verwendet. Unsere Vorfahren verwendeten den Bast der Linde, der sich direkt unter der Rinde befindet, um beispielsweise Seile und Bekleidung herzustellen.

Bridget

Blüten vom Johanniskraut

Heilsein

Bild: AnaNut

Heilsein das ist das Thema unseres neuen Newsletters. Dazu kann frau viel schreiben, Heilsein im Sinne von gesund sein, gesund werden, über Heilmethoden wie z.B. Homöopathie, Kräuterkunde, klassischer Medizin, chinesische Medizin usw.

Aber Heilsein ist ja mehr als gesund sein. Manche Menschen sind „heil“ aber nicht körperlich gesund. Manche körperlich gesunde Menschen sind nicht heil. Für mich ist Heilsein: „Ich bin wie ich bin, ich akzeptiere mich, ich fühle mich wohl mit mir.“ Und: „Ich kenne meine Grenzen, meine Unzulänglichkeiten, und ich arbeite immer wieder an mir. Dazu gehört: „Ich kümmere mich darum, mich ‘wohl zu befinden’“.

Heilsein setzt voraus, dass ich mich kenne. Dass ich mich mit mir auseinandergesetzt habe. Dass ich mich immer wieder mit mir auseinandersetze. Dass ich in die Spiegel schaue, die mir vorgehalten werden, und entscheide, was mit mir zu tun hat und was nicht.

Dass ich meine Schwächen aufspüre, aber nicht, um mich dafür zu verurteilen, mich selbst fertig zu machen, sondern um sie mir einzugestehen und sie entweder zu belächeln oder aber daran zu arbeiten, sie anzunehmen und zu verwandeln.

Erst dann kann ich spüren, dass ich heil bin, dass ich mich „wohl befinde“.

Und dann kann ich mich fragen: Was kann ich tun, um mein Wohlbefinden zu stärken? Denn wenn ich mich „wohl befinde“ dann bin ich heil. Dann kann ich immer noch um meine Unzulänglichkeiten wissen, meine Zipperlein spüren, ich kann sie aber akzeptieren oder eben verwandeln. Nicht hadern und nachhängen.

Manchmal ist es wichtig, dass ich mir selbst Zuwendung gebe, mich wieder ins Lot bringe und dazu kann eine Handlung helfen, die mir guttut. Ich kann z. B. schön essen gehen, kann mir ein Wellness-Wochenende schenken, kann in die Oper gehen, Kunst genießen, mich in einem Chor anmelden, Yoga machen….

Das alles kann ich tun, das machen viele, aber all diese Dinge dürfen nicht in eine Konsumhaltung münden, sonst werden sie flach und unterscheiden sich nicht davon, dass ich halt immer mal wieder gut essen gehe usw. Es kommt dabei auf meine innere Haltung an. Ich muss mir ganz explizit sagen, diese Zuwendungshandlung mache ich für mich, jetzt, schenke mir das, mir ganz alleine.

Ein Beispiel: Ich möchte in die Oper gehen als eine Handlung der Zuwendung für mich. Ich mache daraus ein kleines Ritual, ziehe mich schön an, lege schönen Schmuck an, richte mich her, so wie ich es mir vorstelle.

Ich lege mir in meiner Wohnung eine Schwelle (aus einem Stöckchen, Steinen, Hölzern, was auch immer), die ich überschreite und sage mir dabei: „Ich gehe jetzt in die Oper, genieße den Abend und ich tue das nur für mich, für mein Wohlbefinden.“ Das sage ich laut, dadurch bekommt es Kraft. 

Beim Zurückkommen kann ich wieder über diese Schwelle treten und das kleine Ritual beenden. Laut danken, dass ich es getan habe, danken für die Möglichkeit, meine innere Zufriedenheit, eben mein „Heil-Sein“ zu stärken. Mir sagen, dass diese Zuwendung für mich war, weil ich mir wichtig bin. Und danke für einen wunderschönen Abend.

So kann ich heil werden, heil sein und das auch immer wieder spüren.

Rhiannon

Blick über einen See mit Bäumen am Ufer

Einstimmung auf die Lammas-Küche

Bild: Merliana

Wenn dieser Newsletter zu Lammas erscheint, befinde ich mich in der Küche. In der Küche mitten in der Ile de France, um die Teilnehmerinnen der Höhlenreise kulinarisch zu begleiten. Inzwischen bin ich mittendrin mich einzustimmen, mit dem Thema der Reise sowie mit den Höhlen, die dieses Jahr besucht werden. So liegt es für mich nahe, mich nun ebenso einzustimmen und dich in meine spirituelle Küche, die Höhlenküche mitzunehmen. (Nein, ich koche nicht in einer Höhle. Das ist mein persönlicher Ausdruck für diese Zeit und ja, auch für die besondere Art des Kochens an diesem Ort.) Bei der Einstimmung auf diese Zeit des Kochens erstelle ich einen Speiseplan, denn das strukturiert meine Einkäufe vor der Reise. Bin ich angekommen, lasse ich den Speiseplan los. Jeden Tag stimme ich mich erneut ein, lausche der Gruppenseele, der Höhlenessenz und ja, auch meiner Seele und so tauchen Bilder auf, ich lausche auf Botschaften, spüre Empfindungen nach und , langsam, langsam entsteht ein Gericht, ein Menü, in welches all das hineingeschnitten, gerührt, gekocht und schließlich präsentiert und aufgetischt wird. Warum schreibe ich das? Ich beschreibe / erzähle dir nun meine Art, mich auf ein Thema, hier beispielhaft Lammas, einzustimmen, und lade dich ein, beim Lesen meiner Worte dir selbst in der Lammas-Zeit deinen Empfindungen, deinen Bildern, etc. zu lauschen und zu schauen, welche Impulse und Botschaften dir kommen.

Es ist Hochsommer und wir genießen das unbeschwerte Sein im Außen, die Fülle und vielfältige Schönheit, die Mutter Erde vor uns ausbreitet. Und doch gesellt sich hier und da zu der Freude eine leise Traurigkeit, eine Ahnung des Abschieds. Um diesem leisen Abschiedsschmerz zu begegnen, mich für ihn zu öffnen, zieht es mich zum Wasser, zum See: mich aufs Wasser legen, mich vom Wasser tragen lassen und so gleichsam mit oben und unten verbunden fühlen – gehalten und getragen, lösen, loslassen und mich anvertrauen, den klaren und auch dunklen Wassern.

Vollziehen wir unsere Bewegungen in Harmonie, im Einklang mit dem Wasser, können wir wahrnehmen, wie das Wasser uns trägt, wie sich Erstarrtes, Verhärtetes in uns sanft zu lösen beginnt, wie wir weicher werden, uns beginnen zu öffnen für das, was ist. Manchmal beginnen Tränen zu fließen, die dieses sich heilsame Öffnen und Lösen unterstützen. Wir spüren, welche große heilsame Kraft in der Sanftheit liegt. Im Gegensatz zum Schwimmbad sehen wir in Seen  nicht immer auf den Grund und auch nicht, was sich im dunklen, geheimnisvollen Wasser verbirgt. So schenkt der See die Kraft, sich für das zu öffnen, was im Dunklen, Verborgenen liegt, die Kraft, dem Unbehaglichen zu begegnen.

Morgens ist es still am See, die Wasseroberfläche gleicht einem Spiegel. Ich gleite hinein ins Wasser, schwimme in die Mitte des Sees, drehe mich auf den Rücken und lasse mich tragen (sinkst du eher schnell ab, dann nimm ein oder zwei Schwimmnudeln mit, lege sie unter deine Knie und unter deinen Nacken). Die Augen geschlossen, die Sonne strahlt auf mein Gesicht, meinen Körper und unter mir ist irgendwo der Grund. Ich ruhe auf dem Wasser, mein Atem wird ruhiger, ich lausche. Es ist ein wohltuendes Gefühl, mich vom Wasser tragen zu lassen, es fühlt sich ein wenig an wie Schweben und die wärmende Sonne zu spüren. Ich spüre eine Traurigkeit und Schwere in meinem Herzen, die ich nicht näher benennen oder fassen kann. So gelingt es mir nicht,  mich gänzlich dem Wasser anzuvertrauen. Mein Kopf möchte die Schwere loswerden, doch mein Herz vermag es nicht. Unter mir entstehen langsame Wellenbewegungen, die mich sanft in eine schaukelnde Bewegung bringen. Ich lausche, es gilt die Traurigkeit anzunehmen, mich für sie zu öffnen – ein erster Schritt für die Heilung?! Ich öffne die Augen, schwimme zurück und lege mich ins Gras. Ich gleite hinüber….

Ein wogendes Kornfeld, roter Mohn und blaue Kornblumen wiegen sich mit den goldenen Ähren. Ceres erscheint als Kornmutter, ihre Haare sind lichtfunken-sprühende Ähren und sie verschmilzt mit dem sich wogenden Feld. Im Wind klingt die Ahnung, dass im Schnitt des Korns der Abschied meiner Tochter sich ankündigt. Es ist ein erstes Abschiednehmen. Ich frage mich: „Beinhaltet mütterliche Liebe und Fürsorge auch, die Töchter oder die töchterlichen Herzensprojekte loszulassen, ihnen zu vertrauen, sie ihre Wege, und wenn auch ganz andere, gehen zu lassen? Ja, so ist es, bestätigt Ceres im Wogen des Korns. Ich bedanke mich bei Ceres, und lasse ihre Impulse und Botschaften in mir nachklingen. Ich verabschiede mich nun vom See.

Die Traurigkeit möchte im Gericht, in der Speise auf jeden Fall einen Platz erhalten.ch verbinde kein Gemüse, keine Pflanze, kein Gewürz per se mit Traurigkeit. Somit / daher ist für mich das Herangehen anders… Ich nehme die Traurigkeit mit in die Küche und sie darf mitkochen. Ein kleiner Exkurs hierzu: Gefühle schwingen beim Kochen mit. Sei dir bewusst, dass diese deine Gefühle in der Speise enthalten sind und beim Essen wahrgenommen und quasi / gleichsam mit einverleibt werden! Deswegen rate ich zu einem sensiblen und achtsamen Umgang mit den Gefühlen beim Kochen: Lieber mal eine Pause einlegen, damit sich die Wogen glätten können.  

Im Nachschwingen ist eine rosmaringewürzte Focaccia mit Tomate & Aubergine zu mir gekommen und ich nehme dich jetzt mit in die Küche.

Brotbacken ist für mich dankende Verbindung zur Kornmutter aufnehmen. Olivenöl lässt den Focaccia-Teig geschmeidig und sanft sein und gleichzeitig möchte er kraftvoll geknetet werden, sodass in den „schweren“ Teig luftige Leichtigkeit hineinkommt, die sich mit dem Feuer im Backprozess manifestiert. Im Kneten wandelt sich bei mir die Traurigkeit zur Dankbarkeit. Ich liebe das Kneten eines Teiges, ich erfahre immer wieder darin Wandelprozesse. Rosmarin trägt für mich die Kraft des frischen Morgens, des zuversichtlichen Neubeginns. Die Tomatenhälften symbolisieren den feuerroten Mohn in den Kornfeldern und gleich dem Mohn die Süße des leidenschaftlichen schöpferischen Feuers. Auberginen gehören zu mir wie Zitronen – lila und gelb . Auberginen lehren mich, dass ich im Rückzug zu den Tiefen meines Sein vieles wandeln, heilen kann. Im Feuer des Ofens entstehen Wellen, Erhebungen und Tiefen, mal ist die Focaccia luftiger, mal an den Stellen der Auberginen fester … – alles hat seinen Raum und darf sein und verbindet sich wiederum im Rund der Focaccia.

Wandle du nun das Rezept zu deinem!

Bäume im Frühling

Es grünt so grün…

Der Mai ist grün und das Maiengrün ist das strahlendste Gewand der Bäume. Ist das Herz schwer und mag das Herz sich nicht öffnen, dann verändert sich dies bei einem Spaziergang durch den Maienwald. Das leuchtende Grün ist sanft und lockt doch mit klarer Stimme, das Herz zu öffnen. „Juchu Leben, hier bin ich“ singt es um uns voller Lust und Freude und wir sind eingeladen in diesen Gesang mit einzustimmen. Und dieses Einstimmen in den Gesang ist gleichsam ein Dankeslied für die Schönheit Mutter Erdes.

Den ersten zarten Tönen dieses grünen Gesangs der Mutter Erde habe ich in den vergangenen drei Wochen in Schottland gelauscht – und diese Erfahrung möchte ich mit euch teilen:  

Weiche, weite Moosteppiche lassen meine Wander-Schritte zögerlich werden. Darf ich diesen wunderschönen Teppich mit meinen groben Schuhen betreten? Auch wenn der Wanderweg sich in einen Moosweg wandelt? Ich halte inne, nehme Verbindung auf und lege mich aufs Moos. So weich bin ich gebettet und mein Körper füllt sich mit Wärme, Erdwärme. Ein zartes weiches Pulsieren durchströmt meinen Körper und ich lausche Mutter Erde, ihrem tiefen Erdenton. Vielen Tieren schenkt sie mit ihrer grünen Liebe ein wohliges Bett, geborgenes Sein auf und unter dem Moos – so auch mir. Über mir erblicke ich das zartgrüne Gewand der jungen Birken, die sich mit der Windin anmutig wiegen, ihren Frühlingstanz beginnen und mit diesem ihrem Tanz mich einladen nach dem Winter mich zu bewegen, meinen Rhythmus zu finden, meinen wiedererwachenden Lebensimpuls zu tanzen.

Die junge Kraft in mir, die kindliche Freude am Entdecken all der grünen Seinsweisen ist geweckt. Meine Sinne sind weit und ich bin nicht allein: Viele grüne Wesen sind um mich und ich lasse mich nun von ihnen führen auf dem Weg ins Grüne Reich. Lärchen, Buchen – hochgewachsen –, Weiden, Weißdorn und weitere mehr beginnen mit ihren hellen Blättern lichtdurchflutete Räume unterschiedlichster Art zu bilden. Schutzraum, Traumraum, Klangraum, …raum. In manchen Räumen geht es tief hinab und ich fühle mich schläfrig, in anderen fühle ich mich in die Luft getragen und voll lichter Klarheit. Ich betrete einen Raum der Baum-Alten: Flechten, Verästelungen, sprossende Blätter, eine Symphonie in Grün lässt mein Herz anschwellen voll Freude und Glück.

Maigrün am Buchenzweig

Ein Klangzauber, den mein Geist nicht fassen kann. Ich gebe mich hin, atme, atme ein und aus, atme ein und aus und lasse mich erfüllen vom Grün der Mutter Erde, dem Geschenk der Liebe. So vielfältig das Grün, so vielfältig ihre Seinsweisen, so vielfältig die Liebe im Vielgesang des Lebens. Dankbarkeit erfüllt mich, Dankbarkeit, eine Tochter der Erde zu sein, Dankbarkeit, Liebe zu empfangen und Liebe zu schenken, Dankbarkeit, ein Klang der grünen Symphonie, dem Vielgesang der Erde zu sein. Doch weiter geht mein Weg und führt mich raus aus den Waldräumen in den Wiesenraum und dort gesellt sich zum Grün das Gelb. Gelbe Ginsterblüten leuchten gleich der Frühlingssonne warm und hell. Die Blüten verströmen einen süßen und leicht herben Duft. Der Duft entzündet das Feuer in mir, das Feuer meiner Wildheit, meiner Sinnlichkeit und Lebenslust. Die Sonnenkraft verbindet sich mit dem Herzensgrün und gemeinsam erwecken sie den Impuls in mir, den Tanz meiner Schöpferinnenkraft, der wilden Frau in mir, zu tanzen. Ich singe und tanze, tanze mein Lebenslied, wild und frei. Reich beschenkt bin ich, aufgefüllt mit purer Lebenskraft. So verabschiede ich mich in tiefer Dankbarkeit von den grünen Wesen und ihrem Geleit durch ihr Reich.

Ein Teil meiner Dankbarkeit findet Ausdruck im Backen grüner Scones. Scones gehören zu Schottland und oft habe ich diese nachmittags zum Tee genossen. Scones sind mir auf meiner Reise in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen begegnet: Klassisch natürlich eher süß, doch es gibt auch leckere rezente Varianten mit Käse. So möge mein Vorschlag eure Inspiration zu neuen Scones-Kreationen wecken.

Merliana

Blüte des Weißdorns

Der Weißdorn:

Schutzpflanze und magischer Liebesbaum

Im Mai bezaubert uns der Weißdorn mit seiner strahlend weißen Blütenpracht und dem betörenden Duft. Er schenkt unserem Herzen Kraft, gilt als Liebesbaum und ist zudem eine starke Schutzpflanze.

In meinem Garten ist es mein magischer Baum. An ihm hängen Bändchen und andere aufgeladene Dinge und zu seinen Wurzeln vergrabe ich, was wieder zur Erde zurück gehört, oder lege wichtige Gegenstände unter ihn.

Dieser Brauch ist schon sehr alt: Bis heute findet ihr – vor allem in Irland – mit bunten Bändern und anderen Dingen geschmückte Weißdorn-Bäume, die vorzugsweise an Quellen stehen. Denn der Weißdorn ist ein starker Schutzbaum, der in weiten Teilen von Europa als solcher genutzt und verehrt wurde. Er beschützt Quellen sowie Heiligtümer und als Schutz- und Liebesbaum sollte er in keinem Hausgarten fehlen. Zudem lieben die kleinen Vögel ihn sehr zum Nisten, da seine dichten und dornigen Zweige sie vor Nesträubern schützen.

Früher wurden Zweige über die Haustür und über Ställe gehängt, damit an den Dornen alles Böse hängen bleiben sollte. Und unter dem Namen „Hagedorn“ ist er gemeinsam mit anderen Heckensträuchern ein wichtiger, undurchdringbarer Weideschutz.   Aus dem sehr harten Holz wurden auch Spazierstöcke gefertigt. Sie galten als Schütz-Stöcke, denn sie konnten – wie kann es anders sein – das Böse von den Wandernden fernhalten.

Doch was hat es mit dem Liebeszauber auf sich?
Der Weißdorn ist ein Rosengewächs und zu Beltane, zum ersten Mai, ist er in seiner vollen Blütenpracht. Mit dem sehr weiblichen Duft, den er verströmt, ist er ein Sinnbild der weißen Göttin. Es ist die junge Frau in ihrer aufblühenden Schönheit und Sexualität, die in der Maienzeit so spürbar ins Leben tanzen möchte. Der männliche Teil ist durch die starken schützenden Dornen repräsentiert. Der Weißdorn hat zudem zweigeschlechtliche Blüten, was zusätzlich auf die Vereinigung von Frau und Mann hinweist.

Am Maibaum sind bis heute mancherorts die Blütenkränze mit ihm geschmückt, so, wie die Kränze der Maientänzerinnen. Und als Dekoration durfte seine Blütenpracht bei keiner Mai-Hochzeit fehlen.

Der Weißdorn hat sehr tiefe Wurzeln, so ist er gut mit Mutter Erde verwurzelt. Diesen Halt brauchen wir in Krisen besonders, genauso wie ein starkes Herz, Schutz und Liebeskraft. All das kann uns der Weißdorn schenken.

Hast du einen Garten, so hol dir diesen wunderbaren Schutz, und lade damit die lebensfrohen kleinen Vögel ein, die das Dickicht lieben, und von den roten Beeren sich nähren. Sammel dir, ob im Garten oder in der freien Natur, Blätter, Blüten und Beeren, für einen Herz stärkenden und Blutdruck regulierenden Tee. Oder mach ihn zu deinem magischen Baum und sprich ihn ruhig an. Denn oft hat, zumindest mein Weißdorn, eine hilfreiche Antwort auf sich in mir drehenden Fragen.

Bridget

Hinweise aus der Anderswelt, die uns heute unterstützen

Hinweise aus der Anderswelt, die uns heute unterstützen

Das Leben in der Natur entfaltet sich in großen, freudigen Schritten, doch in unserer Menschenwelt gibt es so viele energetische Schieflagen und kraftfordernde Herausforderungen, die uns den freudigen Sprung in die Lebensfülle oft erschweren. Darum möchten wir euch einen hoffnungsvollen Text von Avesta mitgeben, der in der vorangegangenen dunklen Jahreszeit entstanden ist.

Hinweise aus der Anderswelt, die uns heute unterstützen

In der Mittwinterzeit haben wir uns als eine kleine Gruppe aus der großen Gemeinschaft der Weisen Frauen in die ruhige Perchtenwelt im Allgäu zurückgezogen. Dabei haben wir gemeinsam zurückgeblickt auf die letzten fünf Jahre und in einer Zeremonie nach vorne geschaut. Daran möchte ich euch gerne teilhaben lassen.

Rückblick

Im Rückblick wird klar, dass die sogenannte Zeitenwende bereits 2020 begonnen hatte. In diesen zurückliegenden fünf Jahren sind wir als Gesellschaft von einem Ausnahmezustand in den nächsten gedriftet. Und die Ausnahmezustände haben eine Schneise der Zersetzung in vielen sozialen Zusammenhängen und Verbindungen hinterlassen. Es herrscht bei Vielen große Verwirrung und Verunsicherung. Krisen und Konflikte sind allgegenwärtig, aber es bleibt unscharf, wer und in welcher Weise die Verantwortung dafür trägt. Unscharf bleiben auch deren Motive und Ziele. Zudem zeigt sich aus der Mainstream-Gesellschaft keine Abhilfe, keine Perspektive aus der Krise. Die kreativen Kräfte der Gesellschaft scheinen wie versiegt zu sein. Im Runenorakel für die Gemeinschaft der Hexen von Silvester für das Jahr 2020 wurde uns damals dieser Spruch geschenkt:

„Die Mütterliche Ordnung braucht unsere Hilfe. Wir sind die Hebammen für die Verwirklichung der mütterlichen Ordnung. Wenn wir unsere Aufgaben erfasst haben, sind wir geschützt, auch durch unsere Eigenmacht. Und wir benötigen die Kraft der Gemeinschaft.“

Dieser Orakelspruch hat noch immer Gültigkeit.

Geschenk für 2025

Und doch wollten wir für 2025 aufs Neue die Nichtsichtbare Wirklichkeit zu Rate ziehen und besser verstehen, worauf es für uns als Hexengemeinschaft, als Gesellschaft, als Menschheitsfamilie 2025 ankommt, was wir brauchen und worauf wir hoffen können. Für 2025 wurde uns die Rune Mannaz geschenkt.

Die Mannaz-Rune ist die Rune der Menschheitsfamilie schlechthin. In ihrem Zeichen ist jeder einzelne Mensch unsere Schwester, Bruder, unser Kind, der und dem wir in einer ganz grundlegenden Solidarität verbunden sind. Zusammengehörigkeit als Menschheitsfamilie bedeutet über Solidarität hinaus auch Sorge, Mitverantwortung und Mitgefühl, die jedes Menschenwesen braucht und auch geben kann. Auch: Menschlichkeit, Respekt, Verständnis füreinander, Wertschätzung – also die essentiellen Werte unseres Zusammenlebens

Diese Haltung steht im Gegensatz zu der öffentlichen Praxis des Trennens und Spaltens und der Abwertung der jeweils Anderen. Aber: Trotz aller auch großen Unterschiede zwischen Menschen haben wir dennoch unendlich viel mehr Gemeinsames, das uns verbindet – dies drückt die Mannaz-Rune aus. Und dies ist es, woran uns die Mannaz-Rune erinnern kann in diesen Zeiten der Spaltung und der Abwertung Anderer.

Diese Rune bedeutet auch die menschliche Sprache als Kommunikationsfähigkeit und damit unsere Kraft, uns in jeder Situation miteinander verständigen zu können: Auch diese Fähigkeit gehört wesensmäßig zu allen Menschen.

Unser grundlegendes Verbundensein drückt in der Mitte der Mannaz-Rune die Gebo-Rune aus: Das liegende Kreuz. Es ist das Symbol der gekreuzten Hände, das entsteht, wenn wir einander die Hand reichen, oder zwei sich küssende Lippen. Ebenso vielsagend sind die beiden einander zugewandten Wimpel, die Freude und Glück, ja Wonne bedeuten, die wir in harmonischer, menschlicher Gemeinschaft erleben können. Diese Glücks-Wimpel weisen uns eine Richtung:

Die Menschheit bewegt sich nicht nur auf den Abgrund zu, sondern auch und gleichzeitig mit Riesenschritten in Richtung einer positiven Transformation, die die indianischen Prophezeiungen DIE FÜNFTE WELT nennen:

In dieser Fünften Welt werden die Übel, die der Westen als Krieg, Kolonialismus, Unterdrückung, Sklaverei der eigenen und der Weltbevölkerung in den letzten 500 Jahren gebracht hat, zusammengebrochen sein. Gewalt, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Materialismus sowie die Gewalt gegen die natürliche Welt werden sich gewandelt haben. Laut den Hopi-Prophezeiungen dürfen wir alle unsere gute Energie und Wandlungskraft schon heute in diese neue Epoche hineintragen. Und wir Frauen spielen in den Voraussagungen der Hopi eine Schlüsselrolle dabei, Abhängigkeit und Gewalt zu beenden und wohlmeinendes Mitgefühl in die Welt hineinzutragen.

Die Mannaz-Rune ist durch ihre Kraft zum positiven Menschsein im Rahmen einer befriedeten Menschheitsfamilie das starke magische Symbol für die GROSSE TRANSFORMATION in die Fünfte Welt, in eine neue, heilere und menschen-gemäßere Wirklichkeit für Alle. Sie schenkt Zuversicht.

Avesta

Zwei Frauen halten einen Hexenbesen in die Luft

Hexenbesen

Der Hexenbesen, sowie das Wort Hexe, ist zutiefst mit Beltane, Walpurgis und dem Tanz auf dem Blocksberg verbunden. Wenn die sinnlichen Blütendüfte im Mai uns ins Freie und zum Lieben locken, wenn die Trommeln uns rufen, der ekstatische Tanz um das Feuer beginnt, dann kommen die Hexen auf ihren Besen geflogen, um zu feiern – so heißt es…?

Nun, auf dem Besen fliegen, das habe ich noch nicht geschafft, doch der fröhliche Tanz mit bunten Bändern um einen selbstgebauten Besen, ist uns ein lieb gewordener Brauch an Beltane. Wir binden unsere Frauenkraft, die Lebenslust, das Genährtsein und den Schutz beim Tanz hinein. Wir verbinden uns dabei mit der Schönheit, der so sinnlichen, frischen, hellgrünen Natur und wirken für das sich jetzt verwurzelnde Leben.

Auf Dorffesten findet sich der Tanz um den Maibaum wieder, ein Fest der Sinnlichkeit der Verbindung von Mann und Frau, dem die Kirche nur die Verunglimpfung der Frau als böse Hexen entgegensetzen konnte. Doch er ist geblieben, der Maientanz, und die Walpurgisnacht und der Hexenbesen.

Der Besen an sich ist unser Alltagswerkzeug, mit ihm kann alles Alte, aller Dreck hinweggefegt werden. „Hinweggefegt“ – welch wunderbares Zauberwort. Ich kehre und fege und dann ist es „hinweg“! Das ist Magie! Wenn wir im Bewusstsein des „Hin-weg-fegens“ von Schmutz und negativen Energien wirken, ist der Besen uns ein gutes Wirkzeug, welches die materielle, sichtbare Welt mit der spirituellen Dimension verbindet und uns einen Alltagszauber in die Hände gibt.

Und so findet sich weltweit im Brauchtum die Fähigkeit des Besens, die bösen Geister zu vertreiben, wie z.B. der Brauch, nach einer Geburt das Zimmer gut auszufegen und so das Neugeborene zu schützen und die unerwünschten Geister zu vertreiben. Der aufgestellte Besen vor der Haustür bewacht die Schwelle und keine negative Energie kann dann hineinkommen.

Ein alter heidnischen Brauch ist es, als Hochzeitspaar über einen Besen zu springen. Hier zeigt sich ein weiterer Aspekt seiner Kraft: Der Besen mit seinem Stiel und dem Birken- oder Haselreisig, steht symbolisch für die Verbindung des Weiblichen mit dem Männlichen, das wir im Maibaum mit dem Kranz (weiblich) um den Maibaumstab (männlich) wiederfinden.

Beim „Besensprung“ stärkt das Paar seine Verbindung und das Glück und den Schutz für die Liebesbindung, sowie die Fähigkeit, negative Energien zu vertreiben.

So denk daran, wenn du deinen Besen schwingst, dass er dir mit dem richtigen Schwung Glück, Schutz und gereinigte Räume schenkt! Es macht einen wunderbaren Unterschied im Gebrauch des Besens, die energetisch, magische Kraft mit hineinzugeben oder/und hineinz sprechen …

Besen, Besen kehr mit mir

Dämonen und Geister weichen dir …

Bridget

Schneeklöckchen

Brigid Lichtmess

Noch hat Frau Holle das Regiment. Die Tage sind kurz, es ist grau und kalt. Immer wieder erinnert Frau Holle uns daran, dass sie diese Jahreszeit regiert. Sie schickt Eis und Schnee, Regen und Nebel. Die Menschen sehnen sich nach Helle, nach Sonne und nach Leichtigkeit. Doch die Alte Weise weiß, dass sie noch die Pflanzen in der Erde schützen und den Winterschlaf der Tiere bewachen muss.

Und doch:

Ganz allmählich ändern sich die Tage. Zaghaft zwitschern die ersten Vögel, und manchmal duftet es nach Frühling. Die ersten Schneeglöckchen sind zu finden. Ganz tapfer trotzen sie dem noch kalten Wetter und öffnen ihre Kelche. Wenn du ganz nahe heran gehst, dann kannst du hören wie ihre zarten Glöckchen klingen. Sie sind es, die tief in der Erde die Frühlingsgöttin Brigid aufwecken. Noch immer vom Schlaf umfangen, träumt sie den Traum von Sonnenlicht und hellen Tagen.

Bald werden die Glöckchen sie geweckt haben, sie wird erwachen und in ihrem weißen Kleid die Fluren durchstreifen. Wo sie hintritt, werden die Blumen und Tiere in der Erde wach und bereiten sich auf die Zeit des Keimens und Aufblühens vor. Ein sanfter Ton wird in den Lüften schwingen.

An Lichtmess wird sie von der alten Frau Holle das Zepter übernehmen, und als junge leuchtende Göttin die Welt wieder zum Blühen erwecken.

Auch wir Menschen werden wieder aus dem Schatten des Winters heraustreten und uns bereit machen für die helle Zeit. Wir können an Lichtmess um neue Ideen, Inspiration und Kreativität bitten. Um ein neues helles Licht, das uns leuchtet.

Und wir können uns bereit machen für diese Zeit, mit einem kleinen Ritual:

Wenn du in deinem Garten, auf einer Wiese ein Schneeglöckchen findest, oder auf dem Markt kaufen kannst, frag es ob es mit dir kommen will. Mach nach altbewährtem Muster einen Kreis, lade die Elemente ein und die Göttin Brigid, für die du eine Kerze entzündest. Stell das Blümchen in die Mitte deines Kreises. Geh mit ihm in Kontakt, werde still und lausche. Bitte um eine Inspiration für die kommende Zeit. Und wenn du dann das zarte Glöckchen hören kannst, dann weisst du, dass Brigid dir den Wunsch erfüllt. Geh noch tiefer in deine Meditation, und lass Brigid zu dir sprechen und dir zeigen, welche Inspiration sie dir schenkt.

Bedanke dich bei der Göttin auf deine Weise. Die Kerze, die du für sie entzündet hast, kann dir eine Wegbegleiterin für die nächsten Tage sein.

von Rhianon

Lichtschiffchen

Lichtschiffchen

Visionen in den Fluss des Lebens setzen

Zu Lichtmess erfinden wir uns neu! Sei ruhig mal unlogisch, probiere, experimentiere, denk in großen Dimensionen. Was wünschst du, was ist deine Vision im zunehmenden Licht?

In den klaren Winternächten können wir uns mit den funkelnden Sternen verbinden und uns öffnen für das Neue, den geistigen Funken empfangen, der uns inspiriert und uns von besseren Welten träumen lässt. Für diese Visionen können wir ein Lichtschiffchen in den Fluss des Lebens geben, ihm nachschauen wie es in der Strömung seinen Weg findet. Dann lassen wir die Wasserkräfte im Außen und im Innen wirken, bevor wir mit dem Feuer des Frühlings sie kraftvoll ins Leben tanzen.

Ritual: Bastle ein Boot aus Holz, Holzrinde, Stöckchen oder anderen natürlichen Material. Lass dabei deiner Kreativität und Freude freien Raum und setze ein Bienenwachs Kerze in seine Mitte. Dann finde einen Platz in der Natur, an einem kleinen Bach oder Fluss, wo du die Möglichkeit hast dein Boot hineinzusetzen.

  • Erschaffe dir mit einer Gruppe oder alleine einen schützenden heiligen Raum, ruf liebevoll die Elemente und Brigid herbei und bitte um ihre Unterstützung.
  • Rassele oder räuchere dich ab, sing ein Lied, dreh dich mehrfach um deine Achse, oder summe einen befreienden Ton. Alles darf gehen, was alt ist und dich befreit und öffnet für das Neue.
  • Dann nimm dein Schiff in die Hände, halte es an dein Herz, atme die frische kalte Winterluft ein und blicke nach oben in den Sternenhimmel. Öffne dich jetzt für deine Vision, lass sie zu dir kommen und wie ein Sternfunken in dich hineinfallen.
  • Dann flüstere diese Vision in die Kerze hinein und entzünde dein Licht. Summend oder singend geh zum Fluss und setze das Boot ins Wasser, schau ihm so lange nach, bis du es nicht mehr sehen kannst. Jetzt können die Wasserkräfte wirken. Sollte dein Boot sehr schnell versinken, so sei dir gewiss, der Wassersegen und seine Strömung ist in ihm.
  • Verabschiede und bedanke dich, bei den Kräften die du eingeladen hast und öffne den heiligen Raum.

Deinen Wunsch hast du nun auf die Reise geschickt, jetzt darfst du träumen und ihn in deinem Inneren hüten und nachspüren. Der Funke der Vision ist geboren, sei nun offen für das, was sich dir in den nächsten Wochen auf der Seelenreise zeigt. Die Vision drängt dann mit dem Mut und dem aufbrechenden Frühling nach Verwirklichung.

Bridget