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Ostara … erzählt vom Frieden

Frieden in der Küche?! Welchen Geschmack, welche Farben, welche Gestalt hat Frieden in der Küche, auf den Tellern, am Tisch? Ist das sich Versammeln am Tisch, um gemeinsam zu speisen, ein Aspekt des Friedens, eine Einladung, eine Aufforderung für ein friedvolles Miteinander?

Frieden … ich gehe in Verbindung und nehme die Spur auf, die mich zu Mutter Erde führt. Aus ihrer Schöpferinnenkraft erwachsen so viele Lebewesen ganz unterschiedlicher Art und alle sind miteinander verbunden im Werden und Vergehen. Alle erhalten Raum, keine Wertigkeit geht von Mutter Erde aus. Verankere ich mich in ihr bzw. mit ihr, binde ich mich ein, so spüre ich ihre tiefe Liebe zum Leben, zu all ihren Seinsweisen. Die Liebe von Mutter Erde beginnt mich zu durchströmen. Rote Beete, Rahne, tiefe rote Kraft, weich und gleichsam substanziell. Ingwer bringt die feurige Energie mit hinein, lustvoll vollzieht sich Schöpfung. Lauch strebt empor, Wachstum beginnt, langsam wandelt sich das erdige Wintergrün in das erfrischende Sommergrün. Speisemorcheln gehören zu den Frühlingspilzen. Kumquats bringen die Frische und ihr Orange verbindet uns mit unserer Inspiration, mit unserer Kreativität und ja, auch mit unserer Begeisterungsfähigkeit. Und diese Kräfte benötigt es, sich für den Frieden einzusetzen, Frieden zu leben, trotz aller Herausforderungen. Und im Annehmen der Unterschiedlichkeiten, im Annehmen von dunklen und lichtvollen Aspekten in mir, fühle ich Frieden – ein wohliges, sich ausbreitendes Seinsgefühl. Dieses Empfinden findet Ausdruck in der Safranpasta, die sich im Essen mal mit der roten Erdentiefe verbindet und mal mit der Grünkraft. Das Leben ist bunt im Frühling und diese Buntheit, die Mutter Erde der Welt immer wieder aufs Neue schenkt, birgt in sich die Botschaft des Friedens. Es gilt, dass wir unser Herz für diese Botschaft öffnen und diese in die Welt tragen. Und wenn wir uns zu einem gemeinsamen Mahl um den Tisch versammeln, ist dies ein wunderschöner und köstlicher Anfang.

Idee für ein Menue: Ich habe dieser Speise selbstgebackenes Knäckebrot mit Bärlauchbutter sowie einen bunten Salat mit frischem Löwenzahn zur Einstimmung auf den Frühling vorangestellt. Fürs Dessert haben sich Ostaras Eier mit Sahne und dunkler Schokolade zu einer Mousse au Chocolat verbunden.

Mögen diese Ideen eure Schöpferinnenimpulse nun erweckt haben und ihr so vergnüglich eure Inspiration kulinarisch umsetzen.

Merliana

Merliana - Safran Pasta Rot Grün

Bilder: Merliana

Löwenzahn

Frühlingsgöttin VESNA

Diejenigen, die sich mit dem Weltgeschehen beschäftigen, müssen seit den Tagen nach dem 28. Februar fassungslos erleben, wie die Kriegsherren innerhalb kürzester Zeit einen Flächenbrand im Mittleren Osten entfacht haben. Allerdings: Schon seit ein paar Jahren wird jede neue menschengemachte Katstrophe von der folgenden noch getoppt. Ein unfassbar furioser patriarchaler Backlash will so viel wie möglich einfach nur noch vernichten. Dass auch die europäischen Regierungen in ihrem moralischen Verfall zu diesem Vorgehen schweigen, gehört dazu. Das Patriarchat nennt das alles „Zeitenwende“ – eine Parole, durch die Sinn und Verstand an den Kriegswahn gewöhnt werden soll.

Aber wir werden uns niemals daran gewöhnen. Und so nehmen wir den Blick weg vom Weltgeschehen auf das Naturgeschehen und zu unserem matriarchalen Wissen, das uns Orientierung geben will in Krisenzeiten.

Wir verbinden uns mit dem, was uns Lebensenergie und Zukunftsfreude schenkt.Und das ist diesen Tagen des werdenden Frühlings die uralte slawische Frühlingsgöttin VESNA. VESNA ist in den slawischen Sprachen die poetische Beschreibung des Frühlings. Sie ist die Inkarnation von Schönheit und Großherzigkeit. Die liebliche VESNA erhebt sich – so erzählen die slawischen Mythen – Anfang März aus der winterfeuchten Erde, und bezaubert alles mit ihrer Schönheit und Lebensfreude. Durch ihre Schönheit kann sie die Sonne wieder hervorlocken. Sie befreit die Bäche im Frühling vom Eis, bringt sie ins Fließen. Ihre Botin ist der Löwenzahn, ein Sonnengeschöpf, und eine wunderbare Heilpflanze. Uns Menschen lässt VESNA nach den dunklen, schweren Zeiten der Winterstarre wieder in den Fluss des Lebens eintauchen, bringt Kraft, Begeisterung für das Neue und Harmonie in das Leben zurück, stärkt die Gesundheit der Menschen und lockt nach alter Erfahrung in den Menschen Güte und Sanftmut hervor. Sie inspiriert und berauscht mit ihrer Musik, erweckt die Liebe in den Herzen der Menschen und ruft zur Zusammenarbeit für das Gute.

Heute will VESNA uns dabei helfen, in dieser Zeit der politischen Katastrophen nie zu vergessen, dass eine andere Welt möglich ist, und dass Menschen zu wohlmeinender Güte fähig sind. Sie will uns aus der bequemen Verzagtheit, in Anbetracht der rohen Gewalt sei doch alles aussichtslos, wieder herausführen. Sie zeigt uns, dass die Risse in den Festungen des Patriarchats immer größer werden, und dass die Kräfte des Aufbruchs in eine andere Welt wie die Graswurzeln unter der Erde unaufhaltsam-wuchern.

Und nun setze dich auf den Boden zu einem Löwenzahn. Aus ihm flüstert VESNA:

Ich bin die Kraft, die alle Dunkelheit besiegt und das Leben wieder aufblühen lässt. Ich habe Leben, Schönheit, Licht und Liebe für ALLE: Immer kehre ich zurück mit der Kraft des Neuen, und mit mir das Leben. Blicke in mein leuchtend gelbes Sonnenlichtgesicht, lass dich durch mich heilen und in die Fülle zurückführen! Richte dich gleich mir auf und strecke dich der Sonne zu, richte dich aus an ihrem Licht.

Avesta

Bild: AnaNut

Weidenkätzchen

Die Zartheit der Weidenkätzchen

Jedes Jahr aufs Neue erfreue ich mich an den weichen, kuscheligen Weidenkätzchen, die manchmal schon im Februar oder März erscheinen. Ihre frühen Pollen sind für viele Tiere, insbesondere Bienen und Hummeln, eine wichtige erste Nahrungsquelle. Mit ihrer zeitigen Blüte sind sie ein Symbol für das Erwachen der Natur nach dem langen, kalten Winter.

Jetzt, da die Lichtkräfte immer stärker werden, ist der Aufbruch, das frische Grün, die unbändige Lebenskraft so deutlich spürbar und doch bei all dem wilden, unbändigen Heraustreten, sind für mich die Weidenkätzchen gleichzeitig Sinnbild von Zartheit und Nähren. Die flauschigen, silbrig-grauen Blütenstände, liebevoll „Kätzchen“ genannt, erinnern mit ihrer Form und Weichheit an kleine, sanfte Tierpfötchen. Der neue Lebensimpuls der Weide ist so voller sanfter Schönheit, und mir kommt der Gedanke, vielleicht braucht es gerade jetzt Mut und Kraft, sich „für das zarte im Leben“ einzusetzen – für die Pflanzen, für die Tiere, für die Gemeinschaft, für all das, was uns nährt, weich ist und verbindet.

Wir haben im Frühling die kosmische Unterstützung dazu, mit Mut und Wildheit ins Leben zu treten, uns heraus zu wagen. Diese Kraft brauchen wir, denn die Kälte kann unverhofft zurückkehren und wir müssen manchmal Rückschläge hinnehmen. Mit dem Frühlings-Impuls können wir immer wieder aufstehen und der Kälte trotzen. Das Heraustreten braucht Schutz sowie starke Willenskraft, so ist das Wilde und das Sanfte beides wichtig. Sichtbar auch im Nestbau der Vögel, die für ihre Eier und das neue Leben ein kuscheliges Heim bauen. Zu Ostara mache ich für mein rotes Ei solch ein Nest, gebe Moos und die weichen Weidenkätzchen hinein. So bette ich meinen Wunsch für das neue Lichtjahr liebevoll und lade das Ei gleichzeitig mit der Knopsen-Energie der Weide auf.

Weidenkätzchen waren immer schon magisch und für unsere Ahnen von großer Kraft. So hat der heidnische Brauch des Palmwedels in der Kirche am Palmsonntag überlebt. Hier werden um die Weidenzweige mit ihren Kätzchen Buchsbüschel, gefärbte Eier, Bänder usw. gebunden. Dieser Palmwedel wird geweiht, gesegnet und mit lebendigem Quellwasser aufgeladen. Wie in alten Zeiten wird damit Haus und Hof geschützt. Früher wurden die Wedel auch zusammen mit der Kohle vom Osterfeuer in die Ecken der Felder hineingesteckt oder vergraben, um die Erde fruchtbar zu machen.

Die Weide selbst steht seit Urzeiten mit der Mondin und der weiblichen Kraft in Verbindung, sowie mit Heilung, Magie und Biegsamkeit. Wenn du für diesen wunderbaren Baum einen Platz in deinem Garten findest, dann bitte eine Weide um einen Zweig, steck ihn in die Erde oder in eine Vase mit Wasser – er wird wurzeln und wachsen. Zu dir kommt dann ein Baum/Strauch, der dich mit der Mondkraft verbindet, dich mit seinen Kätzchen sanft streichelt und dir Eingebungen schenkt, wenn du dem Wind in der Weide lauschst. Sie ist eine „Augenweide“ voller Lebenskraft und nützlich zugleich. Zu beachten ist, dass sie unter Naturschutz steht. Und zwischen dem 1. März und dem 30. September dürfen Sträucher grundsätzlich nicht beschnitten oder entfernt werden, zum Schutz der Nistplätze und der Rückzugsräume für unsere Schwestern aus der Tierwelt.

Bridget

Bild: AnaNut

Teller mit Rotkohlsalat mit weißem Bohnenpüree

Merlianas Rezept zu Imbolc:

Rotkohlsalat mit weißem Bohnenpüree

In der Rauhnachtszeit stand mir Baba Yaga oft zu Seite. In ihrem Haus fühlte ich mich wohlig und geschützt, wenn es draußen tobte. Sie forderte mich mal sanfter und mal vehementer auf, das Gewand meiner Wildheit anzulegen und ja, sie schickte mir die Ahnung des rohen Rotkohls, der sich mit der Orange verbindet. Die Ahnung begleitete mich als Wolke und ich suchte den Blick nach unten gerichtet währenddessen den weißen unberührten Schnee.

Weißer unberührter Schnee, weißes unbeschriebenes Papier, weiß, liegt die Ahnung darunter oder darin für das Auge verborgen? Braucht es Mut, Achtsamkeit, Neugierde, Offenheit, Zartheit, Entschlossenheit für den ersten Schritt, das Aufsetzen des Stiftes? Lehne dich zurück, schließe die Augen – bist du bereit, deiner Ahnung zu lauschen? Offen für das, was sich dir zeigen, offenbaren möchte? Was durch dich, mit dir Gestalt annehmen möchte?

Die Ahnung in Gestalt des Rotkohls blieb an meiner Seite und flüsterte mir immer wieder zu, dass Weiß manchmal auch Violett trägt. So nehme ich ein weißes Brett anstelle des weißen Schnees und folge der Ahnung, setze die ersten Schritte entschlossen und überlasse der Ahnung die Führung. Im Violett des Rotkohls ist alles in Verborgenheit enthalten, was sich langsam entfalten wird. Mit dem Orange der Orange kommt das zartmilde wiedererwachte Licht. Das Weiß des Meerrettichs entzündet das Feuer des Neubeginns und ist bereit, den Winter zu gegebener Zeit hinfort zu schicken. Durch das liebevolle Massieren wird der Rotkohl weicher und gewinnt an Zartheit, verbindet sich mit der Orange und dem Meerrettich. Das Bohnenpüree ist der Boden, das weiche Bett für das neue Wachsen. Die Birne verleiht dem Püree eine dezente Süße und der Knoblauch den Akzent für das Spannungsfeld … So vieles ist möglich, und die Richtung, was sein wird, ist noch nicht klar konturiert. Kürbiskerne und ihr Öl, die Botschaft der Herzgrünkraft in und um uns. Ob die Kürbiskerne grob gehackt mit in den Rotkohlsalat kommen oder die feingehackten Haselnüsse aufs Bohnen-Püree ist deine Entscheidung, ebenso die Art der Präsentation. Folge deiner Ahnung …

Das Gericht lässt sich wunderbar auch einen Tag vorher vorbereiten und mitnehmen, wohin auch immer. Was dazu sonst noch passt? Ein wunderbar kräftiges Roggen- oder Bauernbrot. Mmh – dazu könnt ihr, wenn ihr der veganen Linie folgt, eine Margarine aufschlagen und sie mit zum Beispiel gehackten Kürbis- und Haselnusskernen würzen.

Merliana

Link zum Rezept (PDF)

Bäume im Schnee

Lichtmess

Unser nächstes Fest auf dem Jahresrad ist das Fest der weißen Göttin: Lichtmess.

Dieses Fest hat neben der astrologischen und spirituellen Bedeutung im Lauf der Zeit ganz unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche Inhalte. Ein paar davon will ich euch vorstellen:

Zuerst einmal Imbolc

Imbolc ist ein Fest der Stille, und bedeutet „im Bauch“. Im Sinne von „noch ist alles im Bauch von Mutter Erde“. Alle Samen liegen noch wohlbehütet in ihrem warmen Schoß, aber mit zunehmender Helligkeit und Wärme regen sich die Elementarwesen und die Fruchtbarkeitsgeister. Sie räkeln und dehnen sich und steigen aus der Erde. Allen voran der Bär! Der zottige Gefährte der weißen Göttin. Er ist noch recht steif, schlaftrunken und hungrig und steckt an Imbolc zum ersten Mal seine Nase aus der Höhle, um zu sehen, wie weit der Frühling schon gediehen ist. Er hält Ausschau nach seiner Braut, der Frühlingsgöttin, denn der Bär ist kein anderer als der wiedergeborene, noch verhüllte jugendliche Sonnengott.

Schlenkerltag

Der 2. Februar war auch Schlenkerltag, der Tag, an dem Dienstboten ihren Arbeitsvertrag beendeten oder noch einmal erneuern konnten. Bis zum Antritt der zum Beispiel neuen Arbeitsstelle gab es Schlenkerlweil-Freizeit, in der man feierte und fröhlich war. Damals besiegelte ein schlichter Handschlag ohne schriftliche Vereinbarung die Arbeitsverträge, welche immer verlangten, ein volles Jahr zusammenzubleiben.

Lichtmess war also auch ein wichtiger Tag im Wirtschaftsjahr. Ein Zahl- und Zinstermin wie auch an Martini. Wer von den Mägden und Knechten gehen wollte, sagte dem Bauern Bescheid und verließ den Hof.

Kerzenfest

Früher wurden in der Winterzeit aus dem Talg der im Herbst geschlachteten Tiere Unschlitt-Kerzen gefertigt. Auch die kostbaren Wachskerzen entstanden in Heimarbeit während des Winters. Zu Lichtmess wurden die neu gefertigten Kerzen dann geweiht. Das Wachs von an Lichtmess geweihten Bienenwachskerzen hat eine hohe Schutzkraft und bringt Licht und Freude, denn es enthält das sanfte Licht des Sommers.

Bridget oder Brigid

Die brennende Kerze symbolisiert das neuerwachte Licht – und die keltische Feuergöttin Brigid.

Brigid ist die Beschützerin des neugeborenen Lebens. In der keltischen Tradition wird von Sonnenuntergang des 1. Februar bis zum Sonnenuntergang des 2. Februar das Fest der Göttin Brigid mit großen Feuern gefeiert.

Brigid und Maria Lichtmess

Die Kelten begrüßten Brigid mit einem Feuerfest und befragten das Orakel.

Auch Probe-Ehen für ein Jahr wurden an diesem Tag geschlossen.

So beliebt war die holde Göttin, die Dichterinnen, Heilerinnen und Zauberer gleichermaßen inspiriert, dass selbst die Christen nicht auf ihr Fest verzichten mochten. Sie tauften das Imbolc-Fest in Maria Lichtmess um.

 Schneeweißchen und Rosenrot

Schneeweischen und Rosenrot

Ihr alle kennt sicherlich das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“. Lest es nocheinmal durch. Der Bär bleibt in der Tür hängen und unter seinem Pelz verborgen leuchtet Gold, denn es steckt ein junger Prinz darin – der junge Sonnenkönig.

Und die beiden Mädchen „Schneeweißchen“ und „Rosenrot“ verkörpern, wie ihr symbolträchtiger Name schon besagt, die junge Göttin Brigid. Ja und die alte Mutter, die dem Bären im Winter Zuflucht gewährt hatte, ist niemand anderes als die alte Erdmutter, die Frau Holle oder auch Frau Percht.

Wenn wir die alten Märchen mit diesem Wissen lesen, sehen wir, wie auf ganz versteckte Weise das alte Wissen und Kulturgut weitergetragen wurde.

Wachrütteln von Bäumen und Pflanzen

Wer hellsichtig genug war, konnte Brigid auf einem Hirsch reiten sehen, wie sie die Samen weckte und die Bäume wachrüttelte, sodass die Säfte wieder zu fließen begannen. Sie verkörpert die Kräfte des Ostens und des neuen Morgens.

Storl schreibt: „Noch immer gibt es alte Bauern, die am Lichtmesstag ihre Obstbäume wachrütteln und den Bienen im Stock die frohe Botschaft verkünden.“

Nach Brigid wurden Flüsse und Städte benannt: Bregenz, Brigantia, Braganca in Italien, Brig in Wallis, die Ebene Brega in Irland. Der Bär, der die Fruchtbarkeit bringt, und die Bienen, aus deren Waben goldgelbe Kerzen gemacht werden, sind die Lieblingstiere der weißen Brigid.

Rhiannon

Lichtreflexe in einem Bach im Winter

Farbe Weiß

Weiß ist die Farbe des Lichtes, welches jetzt zu Lichtmess beziehungsweise Imbolc spürbar zurückkehrt. Weiß wie die zauberschöne Schneedecke und die ersten Schneeglöckchen, die sich nun zeigen. Als an Imbolc Geborene liebe ich das Weiß, das neue Licht und damit die neuen Möglichkeiten und Visionen. Denn wenn das Licht im Schnee sich bricht, werden alle Farben wie im Regenbogen sichtbar.

Doch was ist die Bedeutung von Weiß? Wie wirkt diese Farbe auf uns und welche Assoziationen verbinden wir mit ihr?

Weiß gehört zu den sogenannten unbunten Farben, ebenso wie Schwarz und Grau. Im Gegensatz zu Schwarz, das als Abwesenheit von Licht alle Farben absorbiert, ist Weiß eine Lichtfarbe, in der alle Farben und damit alle Möglichkeiten enthalten sind. Wie ein unbeschriebenes Blatt, frisch und rein, ist Weiß ein Sinnbild für den zarten Neubeginn, für Reinheit, Unschuld und neue Inspirationen. In diesem Sinne steht bei den drei Seinsweisen im Frauenleben das Weiß für die junge Mondsichel, die ihren Zyklus neu beginnt – gleich der jungen Frau. Sie hat die Frische der Jugend und die Freiheit, offen, neugierig und ungebunden ins Leben zu treten.

Gleichzeitig ist Weiß das Symbol der Reinheit des Geistes und steht für die höchste Erleuchtung, für das Heilige – das Licht, in dem alle Weisheit (alle Farben) enthalten sind. Spirituelle Lehrerinnen oder Gurus wie Amma tragen weiße Kleidung aus diesen Gründen. Weiß steht zudem für Frieden und Harmonie. So ist die Friedenstaube, die Botin der Venus, weiß, genauso wie die Friedensfahne, die Auseinandersetzungen beendet. Weiß ist das Licht am Lebensbeginn, wenn wir den mütterlichen Schoß verlassen und unser Leben neu vor uns liegt. Und ins weiße Licht gehen wir hinein, mit aller Weisheit unseres Lebens, am Ende unseres Seins.

In Räumen kann das Weiß groß und offen auf uns wirken und steht für Ruhe, Weite und Klarheit. Ist alles in Weiß getaucht, wie eine schneebedeckte unberührte Winterwelt, so können wir neben der Ruhe auch Leere, Kühle und Kälte empfinden. 

Zusammenfasend ist Weiß eine Farbe des Neubeginns, der Offenheit, Klarheit, Reinheit, Weite und Ruhe. Sie steht zudem für Licht und Erleuchtung, für Frieden und Harmonie und wenn wir überhitzt sind, kann sie uns herunterkühlen.

Jetzt, zu Lichtmess, ist die Erde teilweise noch schneebedeckt und in jedem Fall kalt. Noch kann die Muttererde keine Samen aufnehmen. Die Samen, die wir jetzt setzen können, sind von geistiger Natur. Es sind unsere neuen Visionen, die in der Lichtfarbe Weiß das gesamte Farbspektrum finden, um neu zu denken. Die Klarheit und der Frieden, die im Weiß wirken, mögen dabei ein hilfreicher Fokus sein. 

Bridget

Schneeglöckchen mit einer Frauenfigur

BRIDGET

Noch ist es bitter kalt, dennoch werden die Tage unaufhaltsam lichtvoller, heller und länger. Das untrügliche Zeichen, dass Bridget naht und alles, was noch an die Mittwinterzeit erinnert, in ihrem neuen Licht wie untergeht. Weihnachtsbäume, Adventskränze und die letzten Tannenzweige dürfen jetzt ihrem Feuer übergeben werden, denn unter dem vertrockneten Winterreisig strecken schon die ersten Schneeglöckchen ihre Blättlein dem Licht zu.

Bridgets Name bedeutet (unter anderem) die Strahlende und der „leuchtende Pfeil.“ Diese junge, kraftvoll-feurige Qualität weckt nicht nur das neue Leben und lockt es aus der Erde hervor. Bridget erhellt durch ihren leuchtenden Pfeil und mit ihren Lichtimpulsen auch die verborgenen Tiefen unseres Gemüts. So inspiriert uns Bridget dazu, immer wieder etwas wirklich Neues in unser Leben zu bringen. Inspiration ist Bridgets ureigenste Kraft: Wo vorher Blockade und Stagnation regiert, oder Ahnungslosigkeit herrscht, bekommen wir durch sie eine überraschende Eingebung, eine neue Idee, eine Phantasie. Oder wir spüren eine Ahnung, ein „Wittern“ … Manchmal so intensiv, so überraschend, dass wir es als eine spirituelle Erfahrung erleben. Bridgets Inspiration ist oft zukunftsbezogen, sie erschließt uns neue Handlungsmöglichkeiten.

Ganz besonders willkommen ist Bridgets Inspiration im Zusammenhang mit einer schwierigen Situation. So ist es weise, sich in schwierigen Konstellationen direkt an Bridget zu wenden. Am besten mit einer weißen Kerze, die wir ihr weihen und mit unserer Bitte um neue Perspektiven aufladen. Beim Entzünden der Kerze bitten wir Bridget, sich in der Flamme zu manifestieren. Während die Kerze abbrennt, entwirren sich unsre Blockaden oder die vertrackte Lage und wir bekommen eine neue Idee geschenkt.

Bridgets Baum ist die Birke, die mit ihrer strahlend weißen Rinde, mit ihren leichten, wehenden Zweigen den Vorfrühling ankündigt. Die Birke war auch der erste Baum, der nach dem Ende der Eiszeit Europa wieder begrünt hat, es ist der Baum der Hoffnung und der Rückkehr des Lebens. Wie Bridget verbreitet die Birke Zuversicht, Mut und Vertrauen in die Kraft des Lebens, die zurückkehrt, und unserem Sein und Tun neue Möglichkeiten verheißt. Auch dann, wenn die Welt um uns herum kalt und oft auch düster ist.

Avesta

Planeten auf ihren Bahnen

Wandelzeit 2026 – Luft und Feuerdynamik der langsam laufenden Planeten

Nachdem Pluto Ende 2024 in das Luftzeichen Wassermann eingetreten ist, wechseln im Laufe des Jahres 2026 alle anderen Langsamläufer (Saturn, Uranus, Neptun) in ein Luft- oder Feuerzeichen. Langsamläufer heißen diese Planeten, da sie lange in einem Tierkreiszeichen verweilen und Veränderungen im Weltgeschehen anzeigen.

Hier die Zeiten: Es bleibt Saturn für 2,5 Jahre, Uranus für 7 Jahre, Neptun für 13 Jahre und Pluto für 19 Jahre in einem neuen Tierkreiszeichen.

Bedeutsam ist, dass mit dem Wechsel die aktiven Luft- und Feuerzeichen betont werden. Neptun und Saturn im Widder, Pluto im Wassermann und Uranus in den Zwillingen. Mit Luft und Feuer wird es schnell und dynamisch werden und mitunter kommen wir mit den geistigen, technischen Entwicklungen (z.B. KI) kaum mit. Die Kraft ist nach außen gerichtet, ist beweglich und schnell; keine Zeit mehr für Innenschau und Rückblick, der Blick geht nach vorne, die Handlungen folgen dem Impuls.

In solchen Zeiten des Um- und Aufbruchs ist die Stärkung unserer Resilienz wichtiger denn je. Der Schnelligkeit können wir ein „uns gut erden“ entgegensetzen, Auszeiten zelebrieren und immer wieder in unseren Herzen nachspüren, ob unser Handeln und Denken, unsere Ideologie und Visionen von der Liebe getragen sind.

In diesem Sinne:

Mit dem Fluss des Lebens tanzend,
lasst uns auf die Reise gehen,
den Wandel begrüßen,
im Herzen gegründet,
getragen von der Liebe zum Leben.

Welche Energien schwingen auf uns zu und welche Chancen liegen in diesem besonderen Wandeljahr 2026? Dazu findet ihr im Anschluss eine kurze Beschreibung der Energie, die Räume/Zeichen und der jetzt hier wirkenden Planeten.

Pluto in den Räumen des Wassermannzeichens:

Pluto steht für Macht und Ohnmacht, Fixieren – Loslassen – Wandeln, Wahrhaftigkeit. Sein Zuhause ist die Unterwelt, in dem tiefen Grund der Seele ist seine Heimat. Nun ist er seit Ende 2024 ins Zeichen Wassermann gereist,in die himmlischen Höhen. Dieses Reich ist hell, eine Welt voller Freigeister, Räume, in denen neue Technik und Ideologien entstehen. Ein geistig rebellischer Ort, der im Positiven die sinnvolle Erneuerung, Gleichberechtigung, Gruppenbildung und Schwesterlichkeit stärkt. Der aber auch kalt sein kann und die eigenen Ideologien und technischen Möglichkeiten über das Leben stellt.

Diese Themen rücken nun in den Fokus von Pluto. Mit seiner Stimme aus der Unterwelt wird die intellektuelle, dem Himmel zugewandte Perspektive des Wassermanns mit den Tiefen aus dem Reich der Schatten konfrontiert. Im besten Fall ist mit einer Seelensuche nach tiefer Wahrhaftigkeit das Mangelhafte im Wassermannreich aufzuspüren, zu benennen und zu wandeln. Aber es birgt auch die Kraft des machtvollen Festhaltens, das Fixieren auf Ideologien, die mit aller Macht und überhöhter geistiger Überlegenheit durchgesetzt werden.

Grundsätzlich ist ein tiefgreifender Wandel rund um die Themen neue Techniken, Freiheit, Gleichheit, die Entfaltungsmöglichkeiten der Einzelnen und der Wahlfamilien das Thema.

Uranus in den Räumen des Zwillings

Uranus, welcher selbst ein luftiger Planet ist, wechselt in das Luftzeichen Zwilling, in dem er sich wunderbar austoben kann. Die Räume des Zwillingszeichens sind vielseitig, überall ist etwas zu finden, das die Neugier, das Denken, die Sprache und Kommunikation anregt. Da weht eine frische Luft, die durch Uranus zum schnellen wirbelnden Sturm werden kann. Entwicklungen im Reich der Gedanken, digitale Vernetzung, revolutionäre neue Denkmuster, geistige Flexibilität entstehen, die zu immer neuen Entwicklungen und Ideen führen können. Ein Tempo, eine Informationsflut mit Reizüberforderung und Dauerberieselung könnte auf uns zukommen.

Die Offenheit und Lernbereitschaft einerseits und die Ruhe ,das Ausatmen und der kritische Blick andererseits können hier für uns hilfreich sein.

Saturn und Neptun im Widderzeichen

Im Raum des Widders geht es um die Amazonenkraft, Stärke und Mut für das Neue. Der Impuls ist, vorwärts zu stürmen, zu erobern und kraftvoll den eigenen Willen durzusetzen.

Der erdige Saturn könnte im guten Sinne Realitätssinn und Selbstverantwortung in eine Phase des Neubeginns bringen und das Durchhaltevermögen für neue Projekte stärken. Hier gibt es die Spannung zwischen dem Wusch nach individueller Freiheit und dem Bedürfnis nach Sicherheit und Struktur. 

Neptun verkörpert Hingabe und Vertrauen und wirkt im Kollektiv auf unsere Ideale, Visionen und Spiritualität. Seine träumerische, fließende Kraft könnte sich in ein aktives Einsetzen für Mitgefühl und menschliches Handeln zeigen und wir könnten im besten Fall alte Feindbilder loslassen.

Die Gefahr ist, sich falschen Idealisierungen und Selbstüberschätzungen hinzugeben als auch die Hemmung in der Durchsetzung von friedlichen Zielen.

  • Pluto im Wassermann vom 19. November 2024 bis 9. März 2043
  • Neptun im Widder vom 26. Januar 2026 bis 23. März 2039
  • Saturn im Widder vom 14. Februar 2026 bis 13. April 2028
  • Uranus im Zwilling vom 26. Mai 2026 bis 22. Mai 2033

Bridget

Blüte des Weißdorns

Der Weißdorn:

Schutzpflanze und magischer Liebesbaum

Im Mai bezaubert uns der Weißdorn mit seiner strahlend weißen Blütenpracht und dem betörenden Duft. Er schenkt unserem Herzen Kraft, gilt als Liebesbaum und ist zudem eine starke Schutzpflanze.

In meinem Garten ist es mein magischer Baum. An ihm hängen Bändchen und andere aufgeladene Dinge und zu seinen Wurzeln vergrabe ich, was wieder zur Erde zurück gehört, oder lege wichtige Gegenstände unter ihn.

Dieser Brauch ist schon sehr alt: Bis heute findet ihr – vor allem in Irland – mit bunten Bändern und anderen Dingen geschmückte Weißdorn-Bäume, die vorzugsweise an Quellen stehen. Denn der Weißdorn ist ein starker Schutzbaum, der in weiten Teilen von Europa als solcher genutzt und verehrt wurde. Er beschützt Quellen sowie Heiligtümer und als Schutz- und Liebesbaum sollte er in keinem Hausgarten fehlen. Zudem lieben die kleinen Vögel ihn sehr zum Nisten, da seine dichten und dornigen Zweige sie vor Nesträubern schützen.

Früher wurden Zweige über die Haustür und über Ställe gehängt, damit an den Dornen alles Böse hängen bleiben sollte. Und unter dem Namen „Hagedorn“ ist er gemeinsam mit anderen Heckensträuchern ein wichtiger, undurchdringbarer Weideschutz.   Aus dem sehr harten Holz wurden auch Spazierstöcke gefertigt. Sie galten als Schütz-Stöcke, denn sie konnten – wie kann es anders sein – das Böse von den Wandernden fernhalten.

Doch was hat es mit dem Liebeszauber auf sich?
Der Weißdorn ist ein Rosengewächs und zu Beltane, zum ersten Mai, ist er in seiner vollen Blütenpracht. Mit dem sehr weiblichen Duft, den er verströmt, ist er ein Sinnbild der weißen Göttin. Es ist die junge Frau in ihrer aufblühenden Schönheit und Sexualität, die in der Maienzeit so spürbar ins Leben tanzen möchte. Der männliche Teil ist durch die starken schützenden Dornen repräsentiert. Der Weißdorn hat zudem zweigeschlechtliche Blüten, was zusätzlich auf die Vereinigung von Frau und Mann hinweist.

Am Maibaum sind bis heute mancherorts die Blütenkränze mit ihm geschmückt, so, wie die Kränze der Maientänzerinnen. Und als Dekoration durfte seine Blütenpracht bei keiner Mai-Hochzeit fehlen.

Der Weißdorn hat sehr tiefe Wurzeln, so ist er gut mit Mutter Erde verwurzelt. Diesen Halt brauchen wir in Krisen besonders, genauso wie ein starkes Herz, Schutz und Liebeskraft. All das kann uns der Weißdorn schenken.

Hast du einen Garten, so hol dir diesen wunderbaren Schutz, und lade damit die lebensfrohen kleinen Vögel ein, die das Dickicht lieben, und von den roten Beeren sich nähren. Sammel dir, ob im Garten oder in der freien Natur, Blätter, Blüten und Beeren, für einen Herz stärkenden und Blutdruck regulierenden Tee. Oder mach ihn zu deinem magischen Baum und sprich ihn ruhig an. Denn oft hat, zumindest mein Weißdorn, eine hilfreiche Antwort auf sich in mir drehenden Fragen.

Bridget

Hinweise aus der Anderswelt, die uns heute unterstützen

Hinweise aus der Anderswelt, die uns heute unterstützen

Das Leben in der Natur entfaltet sich in großen, freudigen Schritten, doch in unserer Menschenwelt gibt es so viele energetische Schieflagen und kraftfordernde Herausforderungen, die uns den freudigen Sprung in die Lebensfülle oft erschweren. Darum möchten wir euch einen hoffnungsvollen Text von Avesta mitgeben, der in der vorangegangenen dunklen Jahreszeit entstanden ist.

Hinweise aus der Anderswelt, die uns heute unterstützen

In der Mittwinterzeit haben wir uns als eine kleine Gruppe aus der großen Gemeinschaft der Weisen Frauen in die ruhige Perchtenwelt im Allgäu zurückgezogen. Dabei haben wir gemeinsam zurückgeblickt auf die letzten fünf Jahre und in einer Zeremonie nach vorne geschaut. Daran möchte ich euch gerne teilhaben lassen.

Rückblick

Im Rückblick wird klar, dass die sogenannte Zeitenwende bereits 2020 begonnen hatte. In diesen zurückliegenden fünf Jahren sind wir als Gesellschaft von einem Ausnahmezustand in den nächsten gedriftet. Und die Ausnahmezustände haben eine Schneise der Zersetzung in vielen sozialen Zusammenhängen und Verbindungen hinterlassen. Es herrscht bei Vielen große Verwirrung und Verunsicherung. Krisen und Konflikte sind allgegenwärtig, aber es bleibt unscharf, wer und in welcher Weise die Verantwortung dafür trägt. Unscharf bleiben auch deren Motive und Ziele. Zudem zeigt sich aus der Mainstream-Gesellschaft keine Abhilfe, keine Perspektive aus der Krise. Die kreativen Kräfte der Gesellschaft scheinen wie versiegt zu sein. Im Runenorakel für die Gemeinschaft der Hexen von Silvester für das Jahr 2020 wurde uns damals dieser Spruch geschenkt:

„Die Mütterliche Ordnung braucht unsere Hilfe. Wir sind die Hebammen für die Verwirklichung der mütterlichen Ordnung. Wenn wir unsere Aufgaben erfasst haben, sind wir geschützt, auch durch unsere Eigenmacht. Und wir benötigen die Kraft der Gemeinschaft.“

Dieser Orakelspruch hat noch immer Gültigkeit.

Geschenk für 2025

Und doch wollten wir für 2025 aufs Neue die Nichtsichtbare Wirklichkeit zu Rate ziehen und besser verstehen, worauf es für uns als Hexengemeinschaft, als Gesellschaft, als Menschheitsfamilie 2025 ankommt, was wir brauchen und worauf wir hoffen können. Für 2025 wurde uns die Rune Mannaz geschenkt.

Die Mannaz-Rune ist die Rune der Menschheitsfamilie schlechthin. In ihrem Zeichen ist jeder einzelne Mensch unsere Schwester, Bruder, unser Kind, der und dem wir in einer ganz grundlegenden Solidarität verbunden sind. Zusammengehörigkeit als Menschheitsfamilie bedeutet über Solidarität hinaus auch Sorge, Mitverantwortung und Mitgefühl, die jedes Menschenwesen braucht und auch geben kann. Auch: Menschlichkeit, Respekt, Verständnis füreinander, Wertschätzung – also die essentiellen Werte unseres Zusammenlebens

Diese Haltung steht im Gegensatz zu der öffentlichen Praxis des Trennens und Spaltens und der Abwertung der jeweils Anderen. Aber: Trotz aller auch großen Unterschiede zwischen Menschen haben wir dennoch unendlich viel mehr Gemeinsames, das uns verbindet – dies drückt die Mannaz-Rune aus. Und dies ist es, woran uns die Mannaz-Rune erinnern kann in diesen Zeiten der Spaltung und der Abwertung Anderer.

Diese Rune bedeutet auch die menschliche Sprache als Kommunikationsfähigkeit und damit unsere Kraft, uns in jeder Situation miteinander verständigen zu können: Auch diese Fähigkeit gehört wesensmäßig zu allen Menschen.

Unser grundlegendes Verbundensein drückt in der Mitte der Mannaz-Rune die Gebo-Rune aus: Das liegende Kreuz. Es ist das Symbol der gekreuzten Hände, das entsteht, wenn wir einander die Hand reichen, oder zwei sich küssende Lippen. Ebenso vielsagend sind die beiden einander zugewandten Wimpel, die Freude und Glück, ja Wonne bedeuten, die wir in harmonischer, menschlicher Gemeinschaft erleben können. Diese Glücks-Wimpel weisen uns eine Richtung:

Die Menschheit bewegt sich nicht nur auf den Abgrund zu, sondern auch und gleichzeitig mit Riesenschritten in Richtung einer positiven Transformation, die die indianischen Prophezeiungen DIE FÜNFTE WELT nennen:

In dieser Fünften Welt werden die Übel, die der Westen als Krieg, Kolonialismus, Unterdrückung, Sklaverei der eigenen und der Weltbevölkerung in den letzten 500 Jahren gebracht hat, zusammengebrochen sein. Gewalt, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Materialismus sowie die Gewalt gegen die natürliche Welt werden sich gewandelt haben. Laut den Hopi-Prophezeiungen dürfen wir alle unsere gute Energie und Wandlungskraft schon heute in diese neue Epoche hineintragen. Und wir Frauen spielen in den Voraussagungen der Hopi eine Schlüsselrolle dabei, Abhängigkeit und Gewalt zu beenden und wohlmeinendes Mitgefühl in die Welt hineinzutragen.

Die Mannaz-Rune ist durch ihre Kraft zum positiven Menschsein im Rahmen einer befriedeten Menschheitsfamilie das starke magische Symbol für die GROSSE TRANSFORMATION in die Fünfte Welt, in eine neue, heilere und menschen-gemäßere Wirklichkeit für Alle. Sie schenkt Zuversicht.

Avesta