Sommergöttinnen 2022, die mit den Reichen des Wassers verbunden sind

Selene, Tiamat, Sequana, Sirona, Frau Holle, Egeria, Yemaya, Mater Matuta und Ihr vielen Anderen …

Wir lächeln den Wassern der Erde zu, den Bächen und Flüssen, den Quellen und Seen, den Brunnen und Tümpeln und den Meeren, und wir spüren all das Wässrige in uns. Und die Lust, uns im Wasser zu bewegen, tauchen, spritzen, uns tragen lassen, floaten … Wir verbinden uns über die Wasser mit der Mondin, die alles Wasser der Welt bestimmt. Wir erkennen im Wasser Gaias spürsame Form der Führung und Lenkung alles Lebendigen durch das Strömen der Wasser.

In der großen Trockenheit und dem Stress durch Wassermangel bei so vielen Wesen wird neu bewusst, welch ein unermesslicher Schatz das Wasser für alle Lebewesen bedeutet.

Ich verbinde mich mit dem Elementarkörper des Wassers, mit den Wesen des Wassers, mit den Göttinnen der Wasserwelten. Ich stelle mich auf sie ein. Ich möchte durch sie spüren, wie ich ihnen beistehen, sie unterstützen, ihnen dienen  kann … Wie geht es Dir, wie geht es Euch, Wasserwesen?  

Wie kann ich Heilkräfte für eure Not, ihr Wasserwesen, ansprechen?  Wie die Friedenskräfte einladen, die dem Sterben der Fische in der Oder und den vielen anderen gestressten Flüssen entgegentreten? Wie kann ich dem Wasser des Lebens in dem Hitzestress dieses besonderen Sommers dienen?

Was will in diesem Sommer mit seiner ganz neuen Qualität der Hitze und der Brände, in diesem Sommer mit seiner neuen Dimension der Not der Gewässer durch mich erkannt, gespürt, verstanden werden? Was will durch mich werden? Wie kann ich in dieser Lage dem Lebensfluss dienen?*

Vielleicht durch meine Wahrhaftigkeit und Anteilnahme an der Belastung, denen die Kräfte des Lebens ausgesetzt sind ?  Vielleicht, indem ich den DurstSchmerz der Wasserwesen an mein Herz lasse. Vielleicht kann ich die Blockade der kosmischen Wasserkräfte durch die giergetriebene Überhitzung der Erde als das erkenne, was sie ist. Wenn ich das, was ist, nicht übergehe, sondern wahr-nehme und seine Bedeutung zulasse. Vielleicht kann dann wieder etwas ins Fließen kommen? Wenn ich merke, es kommt auf mich an: auf das was ich vernehme, zulasse, das was ich ausspreche. Es kommt darauf an, wie ich handle.

Und: Wenn ich die Vollkommenheit  des Wassers und seiner Wesen  in der sichtbaren Wirklichkeit und  in den nicht sichtbaren Welten  feiere,  bejuble,  besinge, für sie tanze, sie genieße  und ehre  …

Avesta

*Habt keine Scheu davor,  auch mit anspruchsvollen Fragen in eine Meditation, Phantasiereise oder Imagination zu gehen.  Oft sind die Bilder und Impulse, die uns dann geschickt werden, gar nicht besonders “heilig“. Sondern eher lustig, witzig, auf jeden Fall  sehr lebendig und inspirierend.

Und gerade dann,  wenn eine Frage  aus einer  Ratlosigkeit , aus einem Ohnmachtsgefühl  heraus entstanden ist, sind die Antworten meist  wenig weihevoll – überfordernd, sondern  belebend!

GÖTTIN  FÜR  DEN MONAT MAI  2022

Fulla

Die Heiterkeit dieser Maientage widerspricht aller Besorgnis, die viele von uns mit sich tragen. Sie ist heilend, diese Maienzeit. Der Mai gilt traditionell als der lieblichste und magischste von allen Monaten, der Sommer beginnt, die Plejaden sind aufgestiegen und der Holunder  bedeckt  sich mit seinem  weißen Lebenskleid.

Dies ist die Zeit der germanischen Göttin Fulla, die uns Leichtigkeit und Fülle schenkt.

Fulla mit ihren langen wehenden Haare ist eine große Schönheit,  und  ihre zarte Gesichtsfarbe spiegelt das Rosenrot der Morgenröte und der aufgehenden Sonne. Ihre Juwelen sind die Tautropfen auf den Wiesen, und die bunten Blüten sind ihr Zaubergewand. Sie vertreibt das Böse, sei es in der Welt, oder  auch  in Träumen und schlimmen Erinnerungen, und sie  schenkt blühendes Leben. In Ihrem Wesen spiegelt sich die Wirklichkeit des Lebens, und einer Welt, wie sie eigentlich  gemeint ist, und wie wir sie  als Menschheit immer wieder  auf neue verfehlen. Dennoch  ist die Göttin Fulla und das, was sie uns schenkt, die eigentliche und  liebende Ordnung der Großen Mutter.

Fulla schenkt Leichtigkeit und Fülle auf Schritt und Tritt. Sie  ist die Göttin der edlen Steine und wacht über die Schatzkammern der Erde. Fulla ist auch  die Hüterin von Geheimnissen und verborgenen Schätzen, von unentdecktem Reichtum: In uns selbst und draußen in der schönen Welt.

Und jetzt  ist es höchste Zeit, Fulla draußen in der freien Natur zu finden. Sie hat da und  dort an geheimen Plätzen ihre Schätze verborgen. Auch in  nicht materialisierter Form, als Atmosphäre, in der Erinnerung. Du darfst dich nun  wie alle Schatzfinderinnen auf den Weg machen, losstreifen auf den wilden Pfaden  …  Von weitem zieht dich eine weiße Blütenwolke an, und beim Näherkommen ist es die uralte Hollerin, die ihr knorriges, sprödes Holz, ihr  grünes Unterkleid mit weißer Blütenfülle zudeckt. Einladend lockt sie dich zu sich, und du nimmst auf ihrem Wurzelfuß Platz, lehnst dich an sie. Sie flüstert dir zu: Es sind deine eigenen Schätze, die du finden darfst, steige hinab ich in die Untere Welt, in unbekannte Räume und  beginne zu träumen.  Spüre deinen Schätzen nach, den verlorenen, alten, neuen, noch unbekannten …

Und so überlässt du dich in Frau Holles Höhle unter ihren Wurzeln dem Finden, Auffinden, dem Spüren nach deinen eigenen Schätzen …

Nach geraumer Zeit stehst du wieder auf, schüttelst und reckst dich, setzest einen Fuß vor den anderen, spürst, witterst, verbindest dich mit der Geistin … Leichtigkeit führt dich an der linken Hand, Fülle hält dich rechts.  Und dann findest  du in dem ausgebreiteten Röckchenschoß eines Frauenmantels verborgen das taufunkelnde Juwel, das in allen Farben schillert, glitzert. Irgendwie ist es deine Seele, die dir  im Juwel des Frauenmantels zulächelt …

Fulla ist mit dir, und mitten in dieser Welt fühlst du dich eingehüllt in die liebende Ordnung der Großen Mutter.

Bild: Fulla von Andres Dechant

Avesta