Regenbogen

Mabon – Erntedank

Waage-Zeit! Die Zeit der Fülle und der Ernte. Und: die Zeit, in der unsere Vormütter ihre großen Volks- und Gerichtsversammlungen abhielten. Was würden sie in der heutigen Zeit vor Gericht bringen?

Würden sie sich – wie wir – an der Ernte aus der Natur freuen? An Zwetschgen, Äpfeln, Tomaten, Getreide und in manchen Gärten sogar Feigen. Alles von der Sonne verwöhnt oder von der Sonne verbrannt? Würden sie ein Umdenken beim CO2-Ausstoß fordern? Würden sie einen anderen Umgang mit den Ressourcen von Mutter Erde anmahnen?

Würden sie die Veränderung in der Natur, die Gletscherschmelze, die Bergrutsche, den Wassermangel als mahnendes Zeichen benennen?

Würden sie – wie wir – die kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserer Welt verdammen?

Würden sie die Hybris der großen TechBrothers (und der kleineren Politiker) benennen und verdammen?

Sicher, das würden sie tun!! Sie würden ein Machtwort sprechen und drakonische Strafen verhängen. Die Waagschale der Göttin würde sich einseitig nach unten neigen. Aber – sie sind die Vormütter, längst vor uns gegangen – und nun sind wir es, die ein Machtwort sprechen müssen. Die handeln müssen. Wir müssen unsere Visionen und Ideen in die andere Waagschale werfen, damit sie wieder ins Gleichgewicht kommt. Das große Thema von Mabon: Balance, Gleichgewicht.

Vieles ist aus der Balance geraten, im Denken der Menschen, in ihrem Handeln, durch ihre Gier, durch ihre Angst. Dem müssen wir begegnen und das können wir: Wir können auf der spirituellen Ebene wirken, in Liebe sein, und wir können auf der praktischen Ebene wirken, so wie es jeder von uns möglich ist. Wichtig ist dabei das Erkennen, das Aufmerken, die Augen nicht verschließen vor dem, was von uns gefordert wird. Das ist unbequem, aber ohne Alternative.

Und nicht vergessen: Ein anderes Thema von Mabon ist die Freude – die Freude an dem, was wir ernten dürfen. Die Freude an den schönen Tagen, die wir genossen haben. Die Freude an Begegnungen im Freien, die langen Sommerabende … Das dürfen wir nicht vergessen. Das ist es, was uns Kraft gibt und unsere innere Waagschale wieder in Balance bringt.

Dorothee Sölle, die große evangelische Theologin hat einmal gesagt: „Vergesst die Farben des Regenbogens nicht!!“

Er ist aus Licht und Wasser gemacht, gründet auf der Erde, erstreckt sich hoch in den Himmel. Damit hat er die 4 Elemente in sich vereinigt.

Und er zeigt uns 7 Farben, die Farben des Sonnenlichts, die Vielfalt.

Er zeigt uns die Schönheit der Göttin.

Rhiannon

Bild: Merliana