Schneeklöckchen

Brigid Lichtmess

Noch hat Frau Holle das Regiment. Die Tage sind kurz, es ist grau und kalt. Immer wieder erinnert Frau Holle uns daran, dass sie diese Jahreszeit regiert. Sie schickt Eis und Schnee, Regen und Nebel. Die Menschen sehnen sich nach Helle, nach Sonne und nach Leichtigkeit. Doch die Alte Weise weiß, dass sie noch die Pflanzen in der Erde schützen und den Winterschlaf der Tiere bewachen muss.

Und doch:

Ganz allmählich ändern sich die Tage. Zaghaft zwitschern die ersten Vögel, und manchmal duftet es nach Frühling. Die ersten Schneeglöckchen sind zu finden. Ganz tapfer trotzen sie dem noch kalten Wetter und öffnen ihre Kelche. Wenn du ganz nahe heran gehst, dann kannst du hören wie ihre zarten Glöckchen klingen. Sie sind es, die tief in der Erde die Frühlingsgöttin Brigid aufwecken. Noch immer vom Schlaf umfangen, träumt sie den Traum von Sonnenlicht und hellen Tagen.

Bald werden die Glöckchen sie geweckt haben, sie wird erwachen und in ihrem weißen Kleid die Fluren durchstreifen. Wo sie hintritt, werden die Blumen und Tiere in der Erde wach und bereiten sich auf die Zeit des Keimens und Aufblühens vor. Ein sanfter Ton wird in den Lüften schwingen.

An Lichtmess wird sie von der alten Frau Holle das Zepter übernehmen, und als junge leuchtende Göttin die Welt wieder zum Blühen erwecken.

Auch wir Menschen werden wieder aus dem Schatten des Winters heraustreten und uns bereit machen für die helle Zeit. Wir können an Lichtmess um neue Ideen, Inspiration und Kreativität bitten. Um ein neues helles Licht, das uns leuchtet.

Und wir können uns bereit machen für diese Zeit, mit einem kleinen Ritual:

Wenn du in deinem Garten, auf einer Wiese ein Schneeglöckchen findest, oder auf dem Markt kaufen kannst, frag es ob es mit dir kommen will. Mach nach altbewährtem Muster einen Kreis, lade die Elemente ein und die Göttin Brigid, für die du eine Kerze entzündest. Stell das Blümchen in die Mitte deines Kreises. Geh mit ihm in Kontakt, werde still und lausche. Bitte um eine Inspiration für die kommende Zeit. Und wenn du dann das zarte Glöckchen hören kannst, dann weisst du, dass Brigid dir den Wunsch erfüllt. Geh noch tiefer in deine Meditation, und lass Brigid zu dir sprechen und dir zeigen, welche Inspiration sie dir schenkt.

Bedanke dich bei der Göttin auf deine Weise. Die Kerze, die du für sie entzündet hast, kann dir eine Wegbegleiterin für die nächsten Tage sein.

von Rhianon

Lichtschiffchen

Lichtschiffchen

Visionen in den Fluss des Lebens setzen

Zu Lichtmess erfinden wir uns neu! Sei ruhig mal unlogisch, probiere, experimentiere, denk in großen Dimensionen. Was wünschst du, was ist deine Vision im zunehmenden Licht?

In den klaren Winternächten können wir uns mit den funkelnden Sternen verbinden und uns öffnen für das Neue, den geistigen Funken empfangen, der uns inspiriert und uns von besseren Welten träumen lässt. Für diese Visionen können wir ein Lichtschiffchen in den Fluss des Lebens geben, ihm nachschauen wie es in der Strömung seinen Weg findet. Dann lassen wir die Wasserkräfte im Außen und im Innen wirken, bevor wir mit dem Feuer des Frühlings sie kraftvoll ins Leben tanzen.

Ritual: Bastle ein Boot aus Holz, Holzrinde, Stöckchen oder anderen natürlichen Material. Lass dabei deiner Kreativität und Freude freien Raum und setze ein Bienenwachs Kerze in seine Mitte. Dann finde einen Platz in der Natur, an einem kleinen Bach oder Fluss, wo du die Möglichkeit hast dein Boot hineinzusetzen.

  • Erschaffe dir mit einer Gruppe oder alleine einen schützenden heiligen Raum, ruf liebevoll die Elemente und Brigid herbei und bitte um ihre Unterstützung.
  • Rassele oder räuchere dich ab, sing ein Lied, dreh dich mehrfach um deine Achse, oder summe einen befreienden Ton. Alles darf gehen, was alt ist und dich befreit und öffnet für das Neue.
  • Dann nimm dein Schiff in die Hände, halte es an dein Herz, atme die frische kalte Winterluft ein und blicke nach oben in den Sternenhimmel. Öffne dich jetzt für deine Vision, lass sie zu dir kommen und wie ein Sternfunken in dich hineinfallen.
  • Dann flüstere diese Vision in die Kerze hinein und entzünde dein Licht. Summend oder singend geh zum Fluss und setze das Boot ins Wasser, schau ihm so lange nach, bis du es nicht mehr sehen kannst. Jetzt können die Wasserkräfte wirken. Sollte dein Boot sehr schnell versinken, so sei dir gewiss, der Wassersegen und seine Strömung ist in ihm.
  • Verabschiede und bedanke dich, bei den Kräften die du eingeladen hast und öffne den heiligen Raum.

Deinen Wunsch hast du nun auf die Reise geschickt, jetzt darfst du träumen und ihn in deinem Inneren hüten und nachspüren. Der Funke der Vision ist geboren, sei nun offen für das, was sich dir in den nächsten Wochen auf der Seelenreise zeigt. Die Vision drängt dann mit dem Mut und dem aufbrechenden Frühling nach Verwirklichung.

Bridget

Der Kristall-magisches Wirkzeug der Weisen Frauen

Der Kristall-magisches Wirkzeug der Weisen Frauen

Der Kristall verfügt natürlicherweise über eine energetische Ladung, die fortwährend rhythmisch schwingt. Seine Struktur ist höchste geometrische Ordnung, die die Fähigkeit hat, zerstreute, versprengte und aus den Fugen geratene Energien wieder zu harmonisieren.

Kristalle sind zudem in der Lage, ihre Schwingung an andere Wesen weiterzugeben. Gleichzeitig können sie Ladung oder Schwingung aufnehmen, die ihnen aus anderen Quellen übertragen wird. So schwingt Kristall in Resonanz zu jeder Energiequelle, die mit ihm in Kontakt ist.

Der Kristall geht leichter und schneller als jede andere Materie in einen Schwingungsgleichklang mit uns. Denn die Schwingungsfrequenz von Quarz ist näher an Schwingungsfrequenzen menschlicher Wesen als jede andere Materie auf dieser Welt. Kristall schwingt in Bereichen, die wir Menschen als spirituelle Erfahrung erleben. So ist der Kristall für uns auch ein Symbol für Spiritualität, und er führt uns ganz einfach und natürlich, sanft in eine spirituelle Schwingung.

Wo immer wir mit dem Kristall in Berührung kommen, immer kann er uns hineinholen in eine andersweltliche Erfahrung.

  • Er gleicht aus und harmonisiert in einer positiven Schwingungsfrequenz-
  • Er nimmt Schwingungen, d.h., Informationen auf, und speichert sie.
  • Er verstärkt Energie und richtet sie auf ein Ziel aus.
  • Er kann kommunizieren mit anderen Kristallen, aber auch mit Lebewesen.
  • Er kann uns schützen und heilen.
  • Er transformiert unsere Schwingungen, wenn wir „unten“ sind, und uns wieder aufrichten wollen, und hebt sie an.

So ist der Kristall ein wunderbares und wirksames magisches Wirkzeug, das für den magischen Alltag der Weisen Frau fast unentbehrlich ist.

Welche mehr erfahren möchte ist herzlich zu meinem Kristall-Workshop im April eingeladen, der in die magische und spirituelle Arbeit mit Kristallen einführt. 

Avesta

So 6. April 2025, 11 Uhr bis ca. 14.30 Uhr, Kosten 30 €, Bürgerzentrum West, Bebelstr. 22, Stuttgart  https://arkuna.de/anmeldung/

Sterenbogen

Imbolc

Foto: ONZ via Canva

Ich spüre es ganz tief in mir drin. Das leise Kribbeln und sanfte Vibrieren. Es ist seit ein paar Sonnenläufen zu spüren. Vorher war ich langsam und träge, wollte immerzu schlafen und essen, mich gemütlich einrollen an warmen Plätzen. Rausgehen? Ach nee, nur wenn es unbedingt nötig war.

Doch jetzt spüre ich etwas anderes, es juckt mich regelrecht im Innern. Etwas wächst in mir, in meinem Bauch. Es ist noch ganz klein und zart und will sich noch nicht so recht entfalten. Das hat noch Zeit. Es lässt sich nicht benennen. Und manchmal, da bricht es einfach aus mir heraus und ich muss rennen. Dann will ich meine starken Muskeln spüren, die irre Geschwindigkeit, zu der ich fähig bin. Ich spreize meine Tatzen zu riesigen Schaufeln aus, rutsche und schlittere. Sprudelnde Freude durchspült mich als mächtige Welle. Und meine Menschen kichern und freuen sich mit mir.

Die Sonnenläufe werden wieder länger, das merke ich wohl. Aus dem Boden und den Pflanzen kommen Geräusche von Schwellen und Regen. Und dann ist es wieder so kalt, dass alles stillsteht. Mein Fell bauscht sich wärmend um mich, wie schön. Die Luft ist besonders: zart, frisch und doch schneidend. Nur die Mäuse sind langweilig und lassen sich nicht blicken. Ich halte stets Ausschau.

Heute ist etwas anders, meine Menschen laufen mehr als sonst herum. Sie stellen Dinge auf mein Balancierbrett an der Gartentür. Sie werkeln in der Küche herum, aber nicht, um mein Essen hinzustellen. Sie reden und lachen mehr als sonst. Es kommen immer mehr Menschen mit interessanten Gerüchen. Hier ist was los! Ich beobachte alles aus meiner Nische in der Garderobe. Sie lachen alle und rufen „Tiger!“, wenn sie mich dann irgendwann entdecken. Sie haben wirklich keine so guten Sinne wie ich, die Armen. Nur dann wollen mich alle anfassen, echt, das ist nervig. Immer wieder muss ich mir ihre Gerüche abputzen, die sie an meinem wunderschönen getigerten Fell abstreifen.

Dann geht es hinaus in den Garten. Ich muss das natürlich beobachten und laufe mit ihnen. Von meinem Platz auf den Steinen habe ich einen guten Blick auf sie. Sie stecken in ihren dicken Hüllen, die sie immer extra anziehen müssen, wenn es in die Kälte geht. In einem Kreis halten sie sich an ihren Händen. Außen sind vier Flammen und innen eine. Sie singen und gehen im Kreis und dann sehe ich es: Sie verändern das Sein um sich. Eine Kuppel entsteht aus wirbelnden Farben und leichtem Sein. Das lockt auch die kleinen Wesen aus dem Garten an, die ich sonst nur selten sehe. Sie stehen herum, machen mit und freuen sich daran. Ich schaue nur zu, genieße und schnurre leise. Zwischendurch reden die Menschen einzeln oder gemeinsam. Sie singen immer wieder. Und dann nimmt jeder von ihnen eine kleine Flamme in die Hand – es ist faszinierend wie das geht, ohne dass sie sich verbrennen. Zu einem langsamen Lied gehen sie schwingend hintereinander her und umeinander herum. Sie bilden eine Kette, die sich eindreht und wieder ausdreht und die Kuppel schwillt an und wird immer kräftiger. Heller und stärker wird sie. Geistwesen tanzen mit und die Energie wird immer funkelnder, das Licht der Flammen zeichnet Spuren im Raum, die bleiben und alles immer glitzernder machen. Und dann bleiben die Menschen stehen, recken ihre Hände nach oben und lassen mit einem lauten Geräusch die Energielichterfäden nach oben und außen strömen. Als könnten sie die ganze Welt erhellen. Na, vielleicht machen sie das ja auch. Ich schaue gebannt hinterher, als die Energie ihrer Wege zieht. Die Geistwesen ziehen mit und helfen, sie zu verteilen. Auch ich bekomme etwas davon ab – es ist schön und warm und glücklichmachend. Schnurr.

Danach scheinen die Menschen auch glücklich und gleichzeitig erfüllt und erschöpft zu sein. An ihnen haftet noch das Glitzern. Sie lassen die Seins-Kuppel wieder schrumpfen und sich auflösen. Die kleinen Wesen ziehen sich wieder zurück, aber ein paar gehen mit ins Haus. Ich schaue von außen vor der Gartentüre zu, wie die Menschen ihre Hüllen dort drinnen wieder ausziehen und sich zum Essen an den großen Tisch setzen. Sie lachen und reden – aber das tun sie ja eigentlich immer. Irgendwann gehe ich auch hinein und lege mich auf meinen aktuellen Lieblingsplatz im Schaukelstuhl. Netterweise liegt dort meine Lieblingsdecke parat. Nach ausgiebigem Putzen rolle ich mich ein und schaue immer mal mit einem Auge rüber zu den Menschen. Das Glitzern blinkert im ganzen Raum, haftet an ihrer Haut und blinkt aus ihren Augen. Eins der kleinen Wesen kuschelt sich an mich und zusammen schlafen wir ein.

AnaNut

Eine Geschichte zu Frau Percht

Es war einmal eine Seele, die noch neugieriger auf das Leben war wie alle Seelen das üblicherweise bereits sind. Und das ist schon eine ganze Menge. Also sie war ganz überaus gigantisch neugierig. Nennen wir sie Nosy.

Nosy lebte in der Kiepe von Frau Percht wie die anderen Seelen auch, die zurzeit nicht in einem Lebewesen auf Mutter Erde lebten. In der Kiepe ging es allen sehr gut: Ihnen mangelte es an nichts, sie hatten eine tolle Gemeinschaft und sprachen immer wieder davon, wie es wohl auf Mutter Erde wäre, in diesem oder jenem Lebewesen zu sein. Sie hatten alle schon viele Erfahrungen gemacht: Manche erzählten wie es war, ein starker Stein oder Fels zu sein, andere sprachen von der Weichheit der Wasserwesen, wieder andere erzählten von den überaus vielfältigen Erfahrungen, die sie als Baum, Kraut oder als Moos gemacht hatten. Auch gab es Seelen, die von ihren Erlebnissen als Vogel, Schlange oder als eines der vielzähligen anderen Tiere berichten konnten. Alles sehr, sehr spannend. Und alle hatten eines gemeinsam: Das Gefühl, ganz und vollständig verbunden mit Mutter Erde zu sein und eine Einheit zu bilden mit allen anderen Mitgeschöpfen. Ein wahrlich schönes Gefühl, fand Nosy. Das hatte sie schon mehrfach durchlebt. Und sie wollte noch mehr Erfahrungen sammeln, denn das konnte ja nicht alles gewesen sein. Darum wollte sie beim nächsten Mal unbedingt ein Menschenleben leben, das hatte sie sich fest vorgenommen.

Nun endlich war es so weit! Die dunkle Zeit brach an: die Sonnenstrahlen wurden immer schwächer, die Nacht immer länger und die Winde brausten immer stürmischer und kälter über das Land. Nosy war furchtbar aufgeregt und freute sich auf den wilden Ritt mit Frau Percht und ihrer Hundemeute, die über das Land fegen sollte. Doch zuvor blickte Frau Percht streng in ihre Kiepe hinein zu den vielen Seelen und sprach: Passt gut auf, ihr lieben Seelen! Schaut vorsichtig über den Rand der Kiepe, in welches Elternnest ihr hineinspringen wollt, und passt gut auf, dass ihr nicht einfach zufällig hinausgeweht werdet! Die Winde sind in diesem Jahr besonders heftig und rütteln und rattern an Zweigen und Fensterläden. Haltet euch gut am Rand der Kiepe fest und entscheidet weise, wohin es euch in diesem eurem nächsten Leben hinziehen soll! Besonders wichtig in diesem Jahr ist es, den Menschen die Verbindung zu Mutter Erde begreiflich zu machen. Also wenn ihr euch für ein Menschenzuhause entschließt, vergesst nicht alles, was ich euch bisher beigebracht habe! Sondern behaltet das Wissen darüber, dass alles Eins ist, tief in eurem Seelenherzen, lasst es dort aufleben und bringt es zu den Menschen.

Und dann – hui! – ging es los mit Saus und Braus über die nächtliche Landschaft! Die Hundemeute bellte, die Winde brüllten und Frau Percht lachte lauthals los, als sie die wilde Jagd über die Lande führte. Was war das für eine Pracht! Nosy schaute über den Kiepenrand und hielt sich fester als fest an ihm fest. Sie genoss den wilden Ritt, den pfeifenden Wind, das Lachen der Percht und die Ausblicke über Wälder, Seen, Felder, Wiesen und Dörfer. Die Seelen halfen Frau Percht, an den Fensterläden und losen Türen zu rütteln und zu schütteln und hatten einen Heidenspaß! Eine Seele nach der anderen schlüpfte aus der Kiepe in ein Elternnest hinein – zu dem Eselspaar, den Kaninchen, in Baumkronen, ins Wasser und in Häuser hinein. Doch Nosy wollte noch mehr sehen! Sie wollte die Welt noch länger von oben bestaunen können und blieb in der Kiepe festgeklammert.

Dann kamen sie über eine Stadt dahingebraust und Nosy machte große Augen – wie fade war das denn! Alles fest verschlossen, so wenig Bäume, um daran zu schütteln, und so wenige Tiere, denen man das Fell zerzausen konnte. Die Läden der Fenster waren fest verschlossen, die Menschen gingen unter ihren Schirmen gebeugt oder saßen in Autos und Bussen – man kam gar nicht an sie heran! Nur Müll konnte Nosy herumwirbeln. Auch gab es zwar viel elektrisches Licht, aber das war so grell, dass Nosy keine Lust verspürte, sich dorthin zu begeben. Da wurde sie ganz traurig und dachte, dass sie in diesem Jahr wohl den Anschluss an ein Leben auf Mutter Erde verpasst hätte. Sie musste wohl ein weiteres Jahr warten, um ein passendes Elternnest zu finden.

Doch da! Am Ende einer Straße mit etwas kleineren Häusern, die in Gärten standen, am äußeren Rand der Stadt, sah sie ein kleines Wunder. Eine Menschenfrau hatte eine Schale weißen, süßen Griesbrei auf ihr Fensterbrett gestellt. Ihre Fensterläden waren geöffnet und ließen den Blick frei auf eine einladend brennende Kerze hinter der Fensterscheibe. Diese war geschmückt mit Strohsternen und grünen Eibenzweigen. Die Frau selbst saß in einem gemütlichen Schaukelstuhl mit einer Decke um sich und einer dampfenden Teetasse in ihrer Hand da und blickte hinaus in die Nacht. Ihr Zimmer war voller Bücher, an der Wand sah Nosy einen Kräuterbuschen und in den Ecken viele kleine Wesen, die ihr auffordernd zuwinkten. Die Frau sah durch ihr Fenster den wilden Wolken zu und lachte, als würde sie Frau Perchta selbst bei ihrem wilden Ritt beobachten. Da wusste Nosy, dass sie genau die richtige Mutter gefunden hatte und sprang in einem großen Satz aus der Kiepe in ihren Schoß. So warm, weich und geborgen – das konnte nur gutgehen. Und so begann ganz zart und behutsam das neue Menschenleben von Nosy, der neugierigsten Seele der gesamten Kiepe von Frau Percht. Was wohl in diesem Leben aus ihr geworden ist? Das dürft ihr euch alle einzeln ausmalen!

AnaNut

Ein persönliches Wirken zu deiner inneren Holla am 6. Januar

Schaffe dir einen ruhigen, gemütlichen Ort mit schönem Licht und stelle sicher, dass du eine Zeit lang – deine Zeit lang – unbeeinflusst sein wirst von Störungen und von außen kommenden Wünschen. Nimm dein Schreibbuch für Gedanken oder ein schönes Heft, dein Lieblings-Schreibzeug und ggf. etwas Wärmendes zu trinken. Setze dich gemütlich hin, betrachte deinen Raum und stelle dir dabei vor, dass er dich schützend umgibt, sodass du dich ganz in Ruhe und so lange du es brauchst, dich mit dir selbst beschäftigen kannst. Durchwandere dann in Gedanken nach und nach deinen Körper – von den Füßen bis hin zu deinen Haarspitzen. Denke dabei an dein jeweiliges Körperteil, spüre es und lockere es dann. Sobald du fertig bist, atme dreimal tief in deinen Bauch, halte die Luft dort ein wenig und lass sie wieder los.

Nun besinne dich auf die letzten 12 Tage, die seit der Weihnacht vergangen sind und bitte die wissende, gutmütige Frau Holle, dir dabei zu helfen:

  • Wie war deine Grundstimmung?
  • Gab es wichtige Begebenheiten und Erkenntnisse?
  • Falls du Karten gezogen hast: Welche waren es? Welche waren besonders wichtig?
  • Welche schönen Momente und welche guten Begegnungen haben dich bereichert?
  • Was war schwierig in diesen Tagen und wobei hast du dich unwohl, verletzt oder überfordert gefühlt?

Schreibe dir auf, was für dich besonders und wichtig war.

Wenn du fertig bist, schließe deine Augen und lass deine Reflexion in dir nachwirken. Bleib dabei bis du dich ganz ruhig fühlst. Atme gleichmäßig und ruhig.

Lasse dann ein warmes Licht vor deinem inneren Auge aufleuchten. Betrachte es und fühle nach, was du ab jetzt tun möchtest und was du vielleicht loslassen möchtest. Mache es vor deinem inneren Auge so konkret wie möglich – ein wunderschönes Bild. Nun finde Töne oder Worte, die dein Bild ausdrücken und bekräftigen. Summe, singe oder sage sie so lange, bis sich alles ganz rund anfühlt.

Öffne deine Augen und atme dein wunderschönes Bild tief ein. Schreibe oder male deine Quintessenz auf. Segne deine gefundene Essenz mit den Worten „so soll es sein!“ und lasse auch Frau Holle deine Essenz segnen.

Nun räkel und strecke dich, wackle mit Armen und Beinen und führe ein kleines Tänzchen auf, falls du das möchtest. Mit einem dreimaligen Klatschen öffnest du deinen geschützten Raum wieder für den Alltag. Du wirst dich immer wieder an deine Raunacht-Qintessenz erinnern und dir dein inneres Bild zur Stärkung und Erinnerung vor Augen holen können, falls du es brauchst.

Nun bedanke dich bei Frau Holle und stelle ihr einen Brei oder ein paar Nüsse in einer Schale vor die Tür, auf deinen Balkon oder an einen Platz in der Natur. Nach einer Nacht kannst du den Schaleninhalt Mutter Natur geben, falls noch etwas Materielles davon übrig ist.

Bridget und AnaNut

Ahnenfrauen und Vormütter

An Samhain und in unserer christlichen Kultur Allerheiligen / Allerseelen sind die Schleier zu den anderen Welten dünn. Und so ist es auch eine Zeit, in der wir die Nähe, die Verbundenheit zu unseren Ahnen, unseren Ahnfrauen, unseren Vormüttern stärken, und sie in Dankbarkeit ehren können.

Unsere Ahnfrauen, unsere Vormütter, haben unsere Wege bereitet. Aus ihrem Wissen, aus ihrem Wirken und aus ihren Erfahrungen, schöpfen und wachsen wir. Ihre Gesänge und ihre Geschichten erzählen von den Farben des Lebens, von den Farben des Seins, von den Farben der Liebe. Sie singen von Verbundenheit mit Mutter Erde und dem Kosmos, von der Verbundenheit mit allen Geschöpfen und der Verbundenheit mit dem göttlichen Sein. Sie tragen den Funken der Schöpfung zu uns und ermutigen uns, unser Feuer zu nähren, es zum Leuchten zu bringen und zum Wohle aller einzusetzen. Und ja, sie singen nicht nur von der Freude, dem Frieden und dem Glück – nein, in ihren Liedern erhält auch der schmerzhafte Verlust, das Scheitern, die Wut und die Verletzung ihren Raum. Es ist ein vielstimmiger und manchmal ein schrägtönender Gesang. Ihre Geschichten und Mythen öffnen uns Räume zu tief verborgenem Wissen und erwecken diese und die Erinnerung in uns, in unseren Zellen.

Das Sein unserer Ahnen ist Mutterboden – ein Wurzelnetz, zart und stark, welches uns nährt und mit dem unsere eigenen Wurzeln eine Verbindung eingehen. Es ist ururalt und wirkt durch die die Zeiten hinweg, durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In Dankbarkeit spüren wir Verantwortlichkeit als Mitgestalterinnen und Mutterbodenerhalterinnen für die, die nach uns kommen.

Manchmal ist die Verbindung zu Vormüttern, Müttern, Großmüttern, etc. geprägt von seelischen und/oder körperlichen Verletzungen. Da ist zur eigenen Heilung Distanz notwendig. Oder manchmal hat frau sie nie persönlich kennengelernt und Verbindung aufzunehmen ist dadurch schwer bis unmöglich. Doch Ahnfrauen und Vormütter müssen nicht unbedingt zur familiären (Bluts-)Linie gehören. Mit Blick auf die eigene Lebens- und Beziehungslandschaft begegnen uns Frauen, die uns geprägt, uns gelehrt, uns ermutigt, uns etwas geschenkt und uns vielleicht wohlwollend eine Zeit lang begleitet haben.

Lasst uns die Augen schließen und unser Herz öffnen für die lange Reihe der leiblichen und nicht-leiblichen Vormütter. Derjenigen Ahnfrauen, die hinter uns stehen, uns den Rücken stärken, uns manchmal den Impuls für den nächsten Schritt schenken, uns halten, wenn wir unseren Halt verloren haben, uns an unsere Einzigartigkeit erinnern, uns zuflüstern, dass wir jemand ganz Besonderes sind, wenn wir an uns zweifeln, uns ermutigen, widerständig zu sein und uns einzusetzen, für Mutter Erde und ihre Seinsformen.

Merliana

Der Wacholder

Vor kurzem war ich auf der Limburg, auf der schwäbischen Alb. Ein Wacholderstrauch hat mich magisch angezogen. Dunkelgrün und geheimnisvoll stand er vor dem strahlend blauen Himmel und offerierte mir seine Beeren. Es ist ja bekannt, dass der Wacholder unsere Abwehrkräfte stärkt, und woher die Altvorderen das wussten, wurde mir sehr schnell klar, als ich ein paar Beeren ernten wollte. Ich habe mit seiner Wehrhaftigkeit und seinen spitzen Nadeln Bekanntschaft gemacht.

Der Wacholder ist ein europäischer Totembaum, ein magischer Baum. Er wurde zu alten Zeiten sehr verehrt und um ihn ranken sich viele Geschichten. Beeren des Wachholders wurden bereits an steinzeitlichen Feuerstellen gefunden, was belegt, wie lange er bereits genutzt wird. Mit seinem Holz wurde geräuchert. Auch seine Beeren hat man verräuchert und zu Zeiten der Pest wurde der Wacholder als Abwehr- und Stärkungsmittel eingesetzt. Immer wieder liest man über einen Vogel, der zu Pestzeiten gerufen hat: “Esst Wacholder und Bibernell, dann sterbt ihr net so schnell“.

Seinem starken Aroma wurde die Vertreibung von Krankheiten und bösen Mächten zugesprochen. Und seine magische Kraft überschreitet sogar die Grenze vom Leben zum Tod. Er galt als Hüter der Schwelle, weil nach altem Glauben die Seelen der Verstorbenen nicht unwiederbringlich gegangen sind, sondern sich noch im Schutz des Wacholders aufhalten. Oft wurde deshalb in der Nähe von Sterbenden Wacholder geräuchert und man hatte die Hoffnung, dass sich der Tod noch einmal vertreiben lässt und die Seele zurückkommt. Aus seinen Beeren kann man ein Amulett machen, zum Beispiel aufgefädelt als Kette um Arm oder Hals, dann ist man vor unguten Energien geschützt. Der Wacholder hat eine stark desinfizierende Wirkung. Man kann Räume mit einer Wacholderräucherung klären, oder seine Aura damit von unguten Energien befreien. Oder man zerkaut die Beeren und schützt sich so ganz praktisch beispielsweise vor Erkältung.

Sein Rauch vertreibt alles Böse. Deshalb können wir uns und unseren Ritualplatz mit Wacholder räuchern und können dann geschützt meditieren oder unsere magischen Wirken durchführen. Wenn wir in unseren Samhain-Ritualen eine Wacholderbeere zerkauen, können wir uns mit der alten, dunklen Göttin verbinden, in Kontakt mit ihr gehen und um ihren Schutz in der dunklen Zeit bitten.

Rhiannon

Die Eibe – Tod und ewiges Leben

Dunkel im Stamm und Nadelgrün, knöchrig und etwas unheimlich steht sie da, die Eibe, der mystische heilige Baum, der mit den Todes-Göttern und -Göttinnen verbunden ist und gleichzeitig das ewige Leben symbolisiert.

In Frankreich zog mich ein kleiner Eibenhain an, seiner Ausstrahlung konnte ich mich nicht entziehen. Hier, in diesem sonst recht lichten Garten eines zerfallenem Klostergeländes, luden die Bäume mich ein, innezuhalten, und die Furchen im Stamm und den einzigartigen Wuchs genauer zu betrachten. Eine Ruhe und Tiefe ging von diesen Bäumen aus, die mich berührte, und trotz der dunklen Wirkung in mir Frieden auslöste. So ließ ich mich nieder, dankbar über den Schatten und die Kühle, und begann über die Eibe nachzusinnen.

Jetzt, in diese Jahreszeit, passt sie gut mit ihrer dunklen Ausstrahlung. Zu Samhain, wenn die Schleier zu unseren Ahnen dünn sind, und wir ihre Gräber besuchen, begegnen wir ihr als sanfte Hüterin der Toten auf dem Friedhof. Hier steht die Eibe in ihrer spirituellen Dimension, die uns an den Tod und an die ewig lebenden Seelen erinnert.

Die Eibe ist ein sehr, sehr alter, besonderer Baum, der bis in die Eisenzeit in Europa in großen Wäldern weit verbreitet war. Sie ist ein Urbaum mit einer Geschichte, die 200 Millionen Jahren zurück reicht, was Fossilienfunde uns bestätigen. Der sehr langsame Wuchs und ihr begehrtes Holz, welches hart und gleichzeitig biegsam ist, wurde ihr zum Verhängnis. Waffen wie der Eiben-Langbogen, Speere, aber auch Nägel für Schiffe reduzierten den langsam wachsenden Eibenbestand in ganz Europa radikal. Gehalten haben sich manche alten Bäume auf Friedhöfen oder an anderen heiligen Stätten, die uns ein Hinweis auf ihren spirituellen Aspekt als Todes- und Lebensbaum sind.

Der Todesaspekt der Eibe ist sehr schnell gefunden, denn bis auf den roten Samenmantel der kleinen seltsamen Beeren, sind alle Teile an diesem Baum giftig. Das meiste Gift sitzt in den Nadeln, doch auch das Holz und die Samen, die in den Beeren stecken, sind tödlich (allerdings braucht es mehr als 60 Samenkerne für einen Menschen, um zu sterben). So kann sie uns tief ins Reich der Dunkelheit zum Tod führen, und hält gleichzeitig die Kraft der Ewigkeit und der Regeneration als „Baum des Lebens“ in sich. Denn Eiben können, wenn wir sie lassen, nahezu ewig leben und sich immer wieder erneuern. Dazu haben sie gleich 3 Methoden entwickelt. Ihre Äste können sich in alle Richtungen ausdehnen. Berühren sie dann den Boden, bilden sie Wurzeln, aus denen neue Bäume und runde Haine um den Mutterbaum entstehen. Es gibt weibliche und männliche Eiben, doch wenn es nötig ist, kann sie beide Geschlechter auf einem Baum ausbilden oder ihr Geschlecht ganz ändern. Was mich besonders fasziniert ist, dass nach mehreren hundert Jahren der Stamm innerlich zu faulen beginnt und gleichzeitig von oben her neue Wurzeln in Richtung Erde wachsen, die dann in einem langen, langsamen Prozess einen neuen Stamm bilden. Der alte Stamm verfällt, und diese Besonderheit macht es nahezu unmöglich, das wahre Alter der Bäume zu bestimmen. Es gibt somit nur Schätzungen von alten, noch lebenden Eiben auf ein Alter von 1.300 bis zu 5.000 Jahren.

Unsere Ahnen sind über Jahrtausende durch Eibenwälder gestreift. Sie trugen Amulette zum Schutz und zur Stärkung vor Gefahren aus ihrem Holz und verehrten sie als heiligen Baum.

Die heilige Eibe kann uns eine Führerin sein in der Dunkelheit, beim Weg in die Tiefe. Sie kann uns helfen, mit den Ahnen in Verbindung zu treten und ihren Weisheiten zu lauschen. Mit ihr sind wir geschützt und im Vertrauen, denn sie zeigt uns, dass es viele Wege der Erneuerung gibt, und Tod und Leben zusammengehören. Im Begreifen ihrer Kraft können wir Ruhe, Verlangsamung und tiefen Frieden empfinden. Der dunkle mystische, knöchrige Baum schenkt uns dann die spirituelle Dimension des Eingebundenseins in das ewige Werden und Vergehen.

Mein Erleben im Sommer nehme ich jetzt mit in die dunkle Jahreszeit. Ich verbinde mich mit ihrer Kraft und lasse mich beim Abstieg von ihr führen, bereit, nach innen zu schauen zum Grund meiner Seele. Das Außen, dass, was jetzt sterben will, darf vergehen. In der alten Hülle im Dunklen finde ich Ruhe, wohl wissend, dass von oben neue Wurzeln wachsen werden.

Vielleicht begegnet ihr diesem alten weisen Baum. Dann schenkt ihm eure Aufmerksamkeit und lauscht, was für eine Botschaft er für euch bereithält. Ein Tipp und ein sehr besonderes Erleben ist der noch existierende Eibenwald in Paterzell mit zirka 2.000 teilweise sehr alten Eiben – ein Erleben der ganz besonderen Art.

Bridget

Literatur:
Blätter von Bäumen – Susanne Fischer Rizzi
Der Geist der Bäume – Fred Hageneder