Rotkohlsalat mit weißem Bohnenpüree
In der Rauhnachtszeit stand mir Baba Yaga oft zu Seite. In ihrem Haus fühlte ich mich wohlig und geschützt, wenn es draußen tobte. Sie forderte mich mal sanfter und mal vehementer auf, das Gewand meiner Wildheit anzulegen und ja, sie schickte mir die Ahnung des rohen Rotkohls, der sich mit der Orange verbindet. Die Ahnung begleitete mich als Wolke und ich suchte den Blick nach unten gerichtet währenddessen den weißen unberührten Schnee.
Weißer unberührter Schnee, weißes unbeschriebenes Papier, weiß, liegt die Ahnung darunter oder darin für das Auge verborgen? Braucht es Mut, Achtsamkeit, Neugierde, Offenheit, Zartheit, Entschlossenheit für den ersten Schritt, das Aufsetzen des Stiftes? Lehne dich zurück, schließe die Augen – bist du bereit, deiner Ahnung zu lauschen? Offen für das, was sich dir zeigen, offenbaren möchte? Was durch dich, mit dir Gestalt annehmen möchte?
Die Ahnung in Gestalt des Rotkohls blieb an meiner Seite und flüsterte mir immer wieder zu, dass Weiß manchmal auch Violett trägt. So nehme ich ein weißes Brett anstelle des weißen Schnees und folge der Ahnung, setze die ersten Schritte entschlossen und überlasse der Ahnung die Führung. Im Violett des Rotkohls ist alles in Verborgenheit enthalten, was sich langsam entfalten wird. Mit dem Orange der Orange kommt das zartmilde wiedererwachte Licht. Das Weiß des Meerrettichs entzündet das Feuer des Neubeginns und ist bereit, den Winter zu gegebener Zeit hinfort zu schicken. Durch das liebevolle Massieren wird der Rotkohl weicher und gewinnt an Zartheit, verbindet sich mit der Orange und dem Meerrettich. Das Bohnenpüree ist der Boden, das weiche Bett für das neue Wachsen. Die Birne verleiht dem Püree eine dezente Süße und der Knoblauch den Akzent für das Spannungsfeld … So vieles ist möglich, und die Richtung, was sein wird, ist noch nicht klar konturiert. Kürbiskerne und ihr Öl, die Botschaft der Herzgrünkraft in und um uns. Ob die Kürbiskerne grob gehackt mit in den Rotkohlsalat kommen oder die feingehackten Haselnüsse aufs Bohnen-Püree ist deine Entscheidung, ebenso die Art der Präsentation. Folge deiner Ahnung …
Das Gericht lässt sich wunderbar auch einen Tag vorher vorbereiten und mitnehmen, wohin auch immer. Was dazu sonst noch passt? Ein wunderbar kräftiges Roggen- oder Bauernbrot. Mmh – dazu könnt ihr, wenn ihr der veganen Linie folgt, eine Margarine aufschlagen und sie mit zum Beispiel gehackten Kürbis- und Haselnusskernen würzen.
Merliana















